ITA-Seminar, Judith SIMON, 13.11.2012

Die Onlife-Initiative der Europäischen Kommission: Wissen, Vertrauen & Verantwortung als Konzepte für komplexe digitale Welten (Judith SIMON, ITAS & Uni Wien)
Wien, 13. November 2012

Vieles von dem, was wir glauben zu wissen, basiert auf Vertrauen in andere Personen und deren Aussagen. Unseren Geburtsort, selbst unseren Namen kennen wir nur, weil wir den Aussagen unserer Mitmenschen vertrauen. Auch in der Wissenschaft, vertrauen wir anderen Menschen, aber ebenso Technologien, Infrastrukturen, Prozessen, um Wissen zu generieren. Vertrauen beinhaltet jedoch immer auch die Möglichkeit der Enttäuschung dieses Vertrauens. Daher muss das Verhältnis von Wissen und Vertrauen in sozio-technischen Umwelten genauer beleuchtet werde. Wie genau kann man dieses Vertrauen in sozio-technischen Wissensprozessen verstehen? Wie, wann und wem sollen wir vertrauen - und wann sollen wir besser misstrauen? Was sind die Verantwortlichkeiten von Wissenden, von verschiedenen AkteurInnen in solch sozio-technischen Systemen? Diesen Fragen werde ich im Vortrag nachgehen. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf die Rolle von Informations- und Kommunikationstechnologien gelegt werden, weil diese zunehmend sozio-technische Vertrauensbeziehungen innerhalb wie außerhalb der Wissenschaft mediieren und verändern. Ich werde zudem die Onlife-Initiative der Europäischen Kommission (DG CONNECT) vorstellen, ein Projekt, in welchem Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen versuchen, diesen und ähnlichen Fragestellungen nachzugehen.