TA15-Konferenz

Zukunft | Macht | Technik

Internationale Konferenz TA15
Wien, 1. Juni 2015


Call for Papers

Ob Pläne, Prognosen, Szenarien oder Visionen: Aussagen über die Zukunft verweisen auf die Gegenwart, ihre Potentiale und Defizite. Gleichzeitig setzen sie voraus, dass heutige Entscheidungen zukünftige Handlungsbedingungen beeinflussen können. Erst wenn Zukunft als veränderbar wahrgenommen wird, macht Planung Sinn. Zukunft gestalten zu wollen ist damit Ausdruck eines Kontrollanspruchs an die Welt von morgen. Bilder von möglichen (alternativen) Zukünften sind nötig, um heute Handlungsoptionen zu entwickeln, deren mögliche Folgen zu bewerten und rationale Entscheidungen zu treffen.

Gerade weil sie bereits in der Gegenwart handlungsleitend sind, können solche Bilder einerseits Konflikte auslösen, andererseits einen Beitrag zu ihrer eigenen Realisierung leisten: So werden beispielsweise Konsequenzen einer Zukunft, in der Algorithmen die Steuerung menschlicher Entscheidungen übernehmen – z.B. im Zusammenhang von Big Data oder Industrie 4.0 – insbesondere von Wirtschaft und Politik bisweilen als alternativlos dargestellt. Wissenschafts- und Rechtssysteme müssen sich damit auseinandersetzen, was wiederum Auswirkungen auf den Pfad in die jeweils imaginierte Zukunft haben wird.

Der wechselseitige Einfluss von (imaginierten) Zukünften und der gegenwärtigen Gestaltung gesellschaftlicher und technologischer Rahmenbedingungen wird Gegenstand der TA15 sein. So stellen sich etwa folgende Fragen:

Methoden und Methodenentwicklung: Welches Instrumentarium für systematische Entwicklung und Bewertung von zukunftsorientierten Handlungsoptionen steht zur Verfügung und wie steht dieses im Verhältnis zum Methodenkanon der TA? Worin liegen jeweils Anwendungspotenzial und Aussagekraft?

Zukunft und Partizipation: Wie sehen wünschenswerte Zukünfte für unterschiedliche gesellschaftliche Akteure aus? Wie können partizipative Prozesse angesichts etwaiger gegenläufiger Interessen Einfluss auf Handlungsoptionen nehmen? Wie können partizipative Prozesse mit „klassischen“ Prognoseinstrumenten (wie Modellierung, Trend-analysen) in Verhältnis gesetzt und integriert werden?

Zukunft und Konkretisierung: Welche Rolle spielen Annahmen, Weltbilder und Werte bei der Konkretisierung von gesellschaftlichen und technischen Optionen? Wie tragen Zukunftsbilder aus der Technikentwicklung und der Kommunikation über Innovationen zu ihrer eigenen Erfüllung bei? Wie wirken sich verschiedene Zeithorizonte (kurz-, mittel-, langfristig) aus?

Zukunft in der Vergangenheit: Wie können vergangene Vorstellungen von Zukunft heute bewertet werden bzw. wie stellen sich einstmals entwickelte Utopien und Dystopien heute dar? Warum kommen unterschiedliche Prognosen unterschiedlich nah an heutige Realitäten heran und welche Auswirkung haben unterschiedliche Zeithorizonte darauf?

Um Fragen wie diese zu diskutieren, lädt das ITA zur Einreichung von Abstracts (für Vorträge) in einem Umfang von ca. 500-1000 Wörtern an tamail @ oeaw.ac.at ein. Abgabeschluss für Abstracts ist der 1. März 2015. Eine Rückmeldung an die Autorinnen und Autoren erfolgt bis 15. März 2015.

 

 

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KEYNOTES

Armin GRUNWALD (Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse - ITAS, Karlsruhe)
Leena ILMOLA-SHEPPARD
(International Institute for Applied Systems Analysis - IIASA, Wien)

 

Die Konferenz wird mit finanzieller Unterstützung der ÖAW durchgeführt.