Methoden und Ansatzpunkte

Methoden der TA

Die Begriffe "Technikbewertung" oder "Technikfolgenabschätzung" sind die gebräuchlichen Übersetzungen des ursprünglich in den USA geprägten Begriffs Technology Assessment (TA).

TA arbeitet interdisziplinär, um die möglichen Folgen des Einsatzes bestimmter Technologien, die nicht unbedingt "neu" sein müssen, systematisch und umfassend zu analysieren. Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse werden Handlungsoptionen für die Akteure in der Technologiepolitik (Techniksteuerung) erarbeitet. Besonderer Wert wird dabei auf die Analyse unbeabsichtigter, zumeist erst langfristig auftretender Sekundär- und Tertiär-Wirkungen gelegt.

Bedingt durch den Forschungsgegenstand und die interdisziplinäre Zusammensetzung der Forscherteams wird eine Vielfalt von quantitativen und qualitativen Methoden angewendet: Brainstorming, Literaturrecherche, Dokumentenanalyse, Expertenbefragung, Fallstudien, Entwicklung von Szenarien, aber auch bestimmte Verfahren der Bürgerbeteiligung. Die Methode muss an das jeweilige Untersuchungsthema angepasst werden.

Der idealtypische Ablauf einer TA-Studie

  1. Problemdefinition
  2. Beschreibung der Technologie
  3. Voraussage der zukünftigen Technologieentwicklung
  4. Beschreibung der Gesellschaft, der Betroffenen
  5. Voraussage sozialer Entwicklungen
  6. Identifikation, Analyse und Bewertungen von Folgen
  7. Analyse politischer Handlungsoptionen
  8. allgemeinverständliche Vermittlung der Resultate

Ansatzpunkte der TA

Je nach thematischem Zugang unterscheidet man zwischen projekt-, technologie- und probleminduzierten Technikbewertungsstudien.

Die projektinduzierten TA-Studien sind Untersuchungen, die sich auf mögliche Folgen der Realisierung eines konkreten Projektes beziehen, z. B.: den Bau von Kraftwerken, Straßenbauten. Stehen dabei umweltrelevante Aspekte im Vordergrund, werden derartige Untersuchungen auch als "Umweltverträglichkeitsprüfung" (UVP) bezeichnet; dabei wird der umfassende Anspruch von TA, die Untersuchung aller Aspekte, zugunsten der Konzentration auf einen relevanten Aspekt aufgegeben.

Die technologieinduzierten TA-Studien befassen sich mit den Folgen des Einsatzes einer bestimmten Technologie auf die Gesellschaft und die natürliche Umwelt. Dazu gehören etwa spezielle Anwendungen von Informationstechnologien, Gentechnik, oder Nanotechnologie.

Beim probleminduzierten Ansatz wird nach unterschiedlichen technologischen Lösungsmöglichkeiten für ein bestehendes oder zukünftiges gesellschaftliches Problem gesucht. Durch die vergleichende Bewertung alternativer technologischer Entwicklungspfade werden politische Handlungsoptionen erarbeitet. Beispiele dafür sind TA-Studien zu den Bereichen Verkehr, Energie oder Abfallwirtschaft.

Umfang und Tiefe der Analyse von Technikbewertungsstudien können stark variieren. Makroassessments (Comprehensive Assessments) sollten den umfassenden Ansprüchen des TA-Konzeptes entsprechen und benötigen 10 bis15 Personenjahre (also mehrere Jahre in kleinen Teams) zu ihrer Erstellung. Miniassessments werden eine Größenordnung kleiner veranschlagt – 1 bis 3 Personenmonate – und analysieren eine begrenzte Fragestellung im Detail oder eine breite in ihren Grundzügen. Weniger detaillierte Mikroassessments dienen der raschen Information der Entscheidungsträger. Sie werden in Form von Literaturanalysen und Brainstorming-Sessions durchgeführt und laufen für eine Dauer von etwa drei Monaten.

Zum Weiterlesen: TA-Modelle