PROSO

PROmoting SOcietal Engagement under the terms of RRI [Förderung der Öffentlichkeitsbeteiligung für verantwortungsvolle Forschung und Innovation]

„Responsible Research and Innovation“ (RRI) erlangt zunehmende Bedeutung als neues Leitkonzept für die europäische Forschungs- und Innovationspolitik. Das Projekt PROSO beschäftigt sich mit der Frage, wie im Rahmen von RRI die Öffentlichkeitsbeteiligung in Forschung und Innovation erfolgreich umgesetzt und gefördert werden kann.

Die gesellschaftliche Beteiligung an Forschungs- und Innovationsprozessen ist ein wesentliches Element des Konzepts „Responsible Research and Innovation“. Durch die frühzeitige Teilhabe und Zusammenarbeit von ForscherInnen, PolitikerInnen, Unternehmen, zivilgesellschaftliche Organisationen sowie BürgerInnen sollen Forschung und Innovation an den Werten, Bedürfnissen und Erwartungen der Gesellschaft ausgerichtet werden.

Was braucht es für eine erfolgreiche Beteiligung

Aber welche Anforderungen stellen sich an Beteiligungsprozesse im Rahmen von RRI? Wie sollen Beteiligungsprozesse angelegt sein, damit sie möglichst viele Perspektiven integrieren und erfolgreich in bestehende Forschungs- und Innovationsprozesse und -politiken eingegliedert werden können? Ausgehend von diesen Fragen widmet sich das Projekt PROSO insbesondere der bisher noch unzureichenden Beteiligung von zivilgesellschaftlichen Organisationen und BürgerInnen in Forschungsförderung, Forschung und Innovation anhand dreier Beispiele: der Nanotechnologie, Gesundheit & Ernährung sowie der Bioökonomie.

Hindernisse und Anreize für eine erfolgreiche Beteiligung werden in diesen Schritten untersucht:

  • Eine systematische Analyse des bisherigen Forschungsstandes erlaubt einen Überblick über die konzeptionellen Anforderungen an Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen von RRI; sie schafft ein gemeinsames Verständnis von RRI und bilanziert bisherige Umsetzungserfahrungen in Europa.

  • Interviews mit VertreterInnen zivilgesellschaftlicher Organisationen und forschungspolitischen Akteuren geben Einblicke in ihr Interesse an, ihre Rollen in und ihre Sichtweisen auf Beteiligungsprozesse in Forschung und Innovation.

  • BürgerInnenpanels in fünf europäischen Ländern (zu den drei genannten Beispielthemen) fördern die Bewusstseinsbildung für innovative Praktiken der BürgerInnenbeteiligung und fördern die Motivation der BürgerInnen zur Teilnahme an solchen Prozessen.

  • Zwei ExpertInnen-Workshops und eine europäische Stakeholder-Konferenz dienen der Validierung der identifizierten Anreize und Hindernisse sowie der Diskussion innovativer Ansätze zur Stärkung der gesellschaftlichen Teilhabe in Forschung und Innovation.

Auf Basis dieser Untersuchungen und Diskussionen entwickelt PROSO Optionen und Empfehlungen für forschungspolitische Akteure und Förderorganisationen, wie die Beteiligung von zivilgesellschaftlichen Organisationen und BürgerInnen in Forschung und Innovation auf nationaler und europäischer Ebene aktiv gefördert und erfolgreich umgesetzt werden kann.

Beteiligungsverfahren sind für eine verantwortungsvolle Forschung notwendig. PROSO soll analysieren, wie die Zivilgesellschaft sinnvoll in forschungspolitische Entscheidungen eingebunden werden kann. (Foto: Nathanmac87/Flickr)