Pol[ITA] - Politikberatung in der TA

Paradigmen und Praktiken der Politikberatung in der Technikfolgenabschätzung

In diesem Projekt analysieren wir die vom ITA bisher realisierten Methoden der Politikberatung. Im Mittelpunkt standen dabei qualitative Standards und Erfolgskriterien in der Praxis der Technikfolgenabschätzung – in all ihrer Vielfalt und Kontextabhängigkeit.

Die Bedingungen und Anforderungen für wissenschaftliche Politikberatung verändern sich laufend. Ansprüche nach verantwortungsvoller Forschung und Innovation (RRI) oder nach offener, transparenter und integrativer Innovation (Open Innovation) bereiten den Weg für eine fundamentale Neuausrichtung des Verhältnisses von Wissenschaft, Technik, Gesellschaft und Politik. Die Suche nach und Auswertung von handlungsleitenden Visionen, wie auch die steigende Bedeutung von Beteiligungsverfahren werden immer wichtiger.

In unseren Studien setzen wir immer neue Formen der Interaktion ein und kooperieren mit immer weiteren Kreisen von Akteuren und Betroffenen. Dies wirkt sich selbstverständlich auch auf die Möglichkeiten, Qualitätsansprüche und Formen von Politikberatung aus, die es laufend zu reflektieren und zu professionalisieren gilt.

Zu den Forschungsfragen zählten:

  • Korrelieren die einzelnen in den Projekten angesprochenen Themenbereiche mit bestimmten Auftraggebern, Adressaten und Beratungsansätzen?
  • Welche Rolle spielen konkurrierende Paradigmen und Rollenmodelle (wie z. B. das lineare Beratungsmodell, das die Verfügbarkeit interessensfreies Wissen voraussetzt, versus das Stakeholder-Modell, das bestimmte Inhalte immer schon mit bestimmten Interessen verknüpft sieht) in der Beratungspraxis der Technikfolgenabschätzung?
  • Welche Qualitätskriterien können wir von bisherigen Erfahrungen ableiten? Welche Beispiele guter Praxis und welche Standards lassen sich daraus entwickeln?

Durch einen multi-disziplinären, empirisch fundierten Zugang erarbeiteten wir Antworten auf diese Fragen. Als empirische Basis dienten die vielfältigen, vom ITA in den letzten Jahren durchgeführten Beratungsprojekte, sowie die je individuellen Erfahrungen, Einschätzungen und Standpunkte aller TA-PraktikerInnen am Institut.

Vertiefende Fallstudien widmeten sich ausgewählten Projektgruppen, die die Unterschiedlichkeit der Beratungssituationen am ITA abbilden. Sie ermöglichten die vergleichende Analyse der Perspektiven von ProjektmitarbeiterInnen, Auftraggebern und des Zielpublikums, deren jeweiliger Erwartungen, Qualitätsansprüche und Erfolgseinschätzung. Darüber hinaus erlaubten sie eine detaillierte Darstellung der sich über die Zeit entwickelnden Interaktions- und Kommunikationsformen.

Durchgeführter Ablauf des Projekts

Literaturrecherche – Erfassung aller Beratungsprojekte des Instituts – Interviews mit ProjektleiterInnen zu Motivation, Perspektiven und Erfahrungen – vier detaillierte Fallstudien – Diskussion und Auswertung gemeinsam mit dem gesamten Team in zwei Workshops – Publikation der Ergebnisse

Abschluss

Wesentliche Ergebnisse dieses internen Forschungsprojektes werden derzeit in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht.

Pallas Athene-Brunnen vor dem österreichischen Parlament (Foto: Parlamentsdirektion/Bernhard Zofall)