Stromnetze mit Grips

Neun Smart-Grid-Lösungen aus drei Ländern haben gezeigt, dass intelligente Stromnetze funktionieren und sie von den VerbraucherInnen angenommen werden, solange die technischen wie auch sozialen Aspekte berücksichtigt werden.

Drei Länder – neun Projekte

Aufgrund erneuerbarer Energiegewinnung, wie durch Solar- und Windkraftanlagen, werden unsere Energienetze immer intelligenter. Die sogenannten Smart Grids müssen da schon mehr können, als einfach nur die nötige Strommenge bereitzustellen. Klar, Wind bläst nicht durchgehend und Solaranlagen liefern nur bei Tageslicht Strom, und die erzeugte Menge kann je nach Wetterlage deutlich variieren. Das Projekt MATCH hat sich angesehen, welche Lösungen in Österreich, Norwegen und Dänemark bereits im Einsatz sind, wie sie sich bewährt haben, welche Rolle dabei die Energiepreise spielen und was das für die EndverbraucherInnen bedeutet.

Die drei teilnehmenden Länder samt ihren jeweiligen ersten Smart-Grid-Gehversuchen sind sehr unterschiedlich, und das wurde auch von Anfang an berücksichtigt. Aber welchen Einfluss haben die jeweiligen Anlagen auf die jeweilige Region und wie haben sie die EndverbraucherInnen aufgenommen? Beispielsweise, sind sogenannte grüne Energienetze mit ihrem Strom-Mix aus traditioneller und erneuerbarer Energiegewinnung samt ihren Preismodellen für uns Konsumenten transparent und attraktiv? Wären wir vielleicht sogar bereit, mehr dafür zu bezahlen und wie hoch ist unser Vertrauen in diese neuen Konzepte?

Smarte Energielösungen funktionieren

„Da die untersuchten Systeme das Zusammenspiel von sozialen wie technischen Elementen berücksichtigen, funktionieren sie“, resümiert Michael Ornetzeder vom ITA nach erfolgreichem Projektende. „Die NutzerInnen spielen eine vielfältige und für die erfolgreiche Umsetzung entscheidende Rolle. Es ist wichtig, die Vielfalt der verschiedenen Nutzerrollen und der damit verbundenen Perspektiven, Interessen und Anforderungen frühzeitig in die Projektentwicklung einzubeziehen“.

Lösungen, die an einem Ort gut funktionieren, haben nicht unbedingt einen positiven Effekt aus Sicht des gesamten Energiesystems. Daher ist es wichtig, die verschiedensten Auswirkungen lokal erfolgreicher Lösungen auf die bestehenden nationalen Energiesysteme zu untersuchen, bevor diese stärker verbreitet oder hochskaliert werden. Smart-Grid-Lösungen sind aber dabei keine lokalen Phänomene. Werden sie von uns angenommen, können sie einen wertvollen Beitrag zur Energiewende leisten.

Links

Projekt MATCH

Dossier "Smart Grid Projekte in Europa"

23.01.2019
Von: TB

Smart Grids sind ‚mitdenkende‘ Stromnetze, die unseren Bedürfnissen und den modernen Energiequellen angepasst sind. (Photo by Paolo Bendandi on Unsplash)