Empowerment durch „Diaspora Entrepreneurship“ – die integrativen, ökonomischen und sozialen Potentiale von Unternehmerinnen und Unternehmern in der kurdischen Community in Wien

Zielsetzung und Fragestellungen


Während türkische, arabische oder chinesische Unternehmen im Stadtraum häufig gut sichtbar verortet sind, existiert die ethnische Ökonomie der Kurd/inn/en in Wien zumeist im Verborgenen. Zudem weist die in Wien lebende kurdische Diaspora eine äußerst heterogene Struktur auf. Die Rolle der Diaspora Entrepreneurship der Kurd/inn/en, die in Österreich bislang noch kaum erforscht wurde, für das Empowerment der kurdischen Community Wiens und vor allem der Frauen steht im Fokus des Projekts. Die vielfältigen Rollen dieser Unternehmer/innen für die Communities, in die sie eingebettet sind, sollen herausgearbeitet werden, denn migrantisches Unternehmertum leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung in vielen Wirtschaftssektoren. 

Diaspora-Entrepreneurs sichern sich durch ihre Tätigkeit eine „upward social mobility“ und bringen diverse Formen des Sozialkapitals in ihre Communities ein. Unternehmer/innen signalisieren sozialen Aufstieg und ökonomischen Erfolg, sie stehen als „Brückenbauer“ zwischen der Diaspora, welcher sie angehören, und der Mehrheitsgesellschaft. Bei Frauen spielt die Involvierung in selbstständige Erwerbstätigkeit für ihr Empowerment in der eigenen Gruppe eine wichtige Rolle. Die traditionelle Rolle der kurdischen Frau unterscheidet sich nicht grundlegend von jener in anderen Gruppen im Mittleren Osten, bedingt durch politische Aktivistinnen, Frauen im organisierten Widerstand sowie vielfältige Wechselwirkungen zwischen Migration und politischer Mobilisierung hat sich aber eine sehr aktive kurdische Frauenbewegung konstituiert. In der Diaspora spiegelt sich dies darin wider, dass Frauen auch als Unternehmer/inn/en aktiv sind und nicht nur als in Familienunternehmen Tätige.   Für Wien sind allerdings „hard facts“ dazu bislang nicht erhoben worden.

Die Basis bilden 20 teilstandardisierte Interviews mit kurdischen Unternehmer/inne/n aus der Türkei, dem Irak, Iran und Syrien strukturiert nach Alter, Aufenthaltsdauer, erster und zweiter Immigrant/inn/engeneration und Wirtschaftsbranchen, wobei ein möglichst hoher Frauenanteil angestrebt wird. Ein Set von Expert/inn/eninterviews mit Repräsentant/inn/en der Wirtschaftsagentur Wien, der Wirtschaftskammer Wien, kurdischer Organisationen etc. vervollständigt die empirische Datengrundlage.

Projektdauer


19.10.2020 bis 18.10.2021

Fördergeber


Dieses Projekt wird durch Mittel der Stadt Wien, MA 7 finanziert.