Die Wiener interkulturelle und gemeinschaftskulturelle Szene

Ziele und Forschungsfragen


Die Diversität der Bevölkerung europäischer Metropolen und Städte nimmt ständig zu. Europäische Städte gehen in unterschiedlicher Weise mit der Herausforderung der Diversität um. Interkulturelle und gemeinschaftskulturelle Einrichtungen und Aktivitäten können jedenfalls wesentlich dazu beitragen, die Kluft zwischen unterschiedlichen Teilen der Bevölkerung zu verringern.

Im Allgemeinen werden unter Kultureinrichtungen Orte wie Theater, Kinos, Galerien, Ausstellungsräume, Musikclubs oder multifunktionelle Räume verstanden. Interkulturelle Einrichtungen oder Zentren dienen den Zielen des interkulturellen Dialogs und des Kulturaustausches. Einrichtungen der Gemeinschaftskultur fördern die künstlerische und kulturelle Selbstdarstellung und die Ermächtigung spezifischer ethnischer Gruppen. Teilweise verschwimmen jedoch die Grenzen zwischen interkulturellen und gemeinschaftskulturellen Einrichtungen und Aktivitäten.

Primäres Ziel des Forschungsprojekts ist die Erstellung der ersten Bestandsaufnahme der inter- und gemeinschaftskulturellen Szene Wiens. Darüber hinaus werden die möglichen positiven Effekte inter- und gemeinschaftskultureller Aktivitäten auf verschiedene Bereiche der Stadtentwicklung untersucht (vgl. Forschungsfrage 3) sowie Empfehlungen für eine spezifische Kulturpolitik gegeben.

Im Rahmen des Projekts werden folgende Forschungsfragen untersucht:

  1. Durch welche Merkmale wird die interkulturelle und gemeinschaftskulturelle Szene Wiens charakterisiert?

  2. Worin bestehen die Unterschiede zwischen interkulturellen und gemeinschaftskulturellen Aktivitäten in Wien?

  3. In welcher Weise können interkulturelle und gemeinschaftskulturelle Aktivitäten zum interkulturellen Dialog, zur Partizipation, zur Inklusion, zum gegenseitigen Verständnis  verschiedener Bevölkerungsgruppen, einem stimulierenden und friedlichen Zusammenleben, zur Verbesserung kultureller und anderer Infrastrukturen, einer Verringerung räumlicher und sozialer Ungleichheiten sowie zu einer positiven Entwicklung städtischer Randzonen beitragen?

  4. Welchen Beitrag kann eine spezifische Kulturpolitik zur Förderung interkultureller und gemeinschaftskultureller Aktivitäten leisten?

  5. Was können wir von interkulturellen und gemeinschaftskulturellen Aktivitäten in Metropolen wie Berlin, London und Paris lernen?

Die Anwendung folgender Methoden wird zum Erzielen der vorgesehenen Ergebnisse des Forschungsprojekts beitragen:

  1. Analyse von einschlägigen Dokumenten,

  2. Feldforschung (unter anderem Robert Ezra Parks’ “nosing around”),

  3. teilnehmende Beobachtung und

  4. Tiefeninterviews mit Leiter_innen von Kultureinrichtungen, Künstler_innen, Kulturexpert_innen sowie Verantwortungsträger_innen im Bereich der Politik.

AKTIVITÄTEN IM RAHMEN DES FORSCHUNGSPROJEKTS

Veranstaltungen


  • Wissenschaftliches Forum: Cultures of a Postmigrant Society, Include! Talking and Acting Back From the Margins. Theater im Zentrum und Volkstheater, Wien, 30. bis 31. Oktober 2017 (gemeinsam mit Petja Dimitrova, Aslı Kıslal, Birgit Peter und Ivana Pilić). https://postmigra.wordpress.com/

  • Workshop: An der Peripherie oder im Zentrum? Über Räume für postmigrantische künstlerische und kulturelle Praxen in Wien. Wissenschaftliches Forum Cultures of a Postmigrant Society, Include! Theater im Zentrum, Wien, 31. Oktober 2017 (gemeinsam mit Dilan Sengül).

  • International Workshop: Intercultural Dialogue and New Cultural Facilities as Catalysers for a Positive Urban Development? Kulturraum Neruda, Wien, 3. bis 4. Juni 2019.

Publikationen


  • Rohn, W. (2020): Vienna, an Intercultural and Community Culture City? In: Proceedings of the International Scientific Conference Geobalcanica 2020: 327–335. http://geobalcanica.org/wp-content/uploads/GBP/2020/GBP.2020.37.pdf

  • Rohn, W. (im Erscheinen): The Intercultural and Community Culture Scenes of London and Vienna. International Scientific Conference Geobalcanica 2021.

 

ISR-Projektteam


Dr. Walter Rohn
Projektleitung

Projektlaufzeit


2019 bis 2022

Finanzierung


ISR