SROMO

Monitoring der Siedlungsentwicklung in der Stadtregion: Strategien zur räumlichen Entwicklung der Ostregion


„Analysen im Rahmen von SROMO“; © Jakob Eder

Zielsetzung und Fragestellungen


Grundlage für das Projekt bildet der Atlas der wachsenden Stadtregion, der am Institut für Stadt- und Regionalforschung (ISR) im Projekt „Strategien zur räumlichen Entwicklung der Ostregion – SRO“ in den Jahren 2008 bis 2009 erarbeitet wurde. In diesem Atlas sind eine Vielzahl thematischer Karten vorhanden, die bis heute eine wichtige Planungsgrundlage darstellen und detailliert über die Bevölkerungs- und Wirtschaftsstruktur in der Stadtregion Wien Auskunft geben. Basierend auf der Bevölkerungsprognose von 2006 der Österreichischen Raumordnungskonferenz (ÖROK), die ein Wachstum um 400.000 Personen bis zum Jahr 2031 annahm, wurden Hochpotentialregionen ermittelt, in denen sich diese Personen aus raumordnungspolitischer Sicht ansiedeln sollten.

Dies ist der Ausgangspunkt für das vorliegende Projekt, in dem untersucht werden soll, um wie viele Personen die Stadtregion bereits gewachsen ist und wo dieses Wachstum erfolgt ist. Weiter Fragestellungen sind, welche Wanderungsströme in der Stadtregion besonders bedeutend sind, welche Sicht Expertinnen und Experten auf die Studienergebnisse und planerischen Möglichkeiten haben und ob sich die Hoch-, Mittel- und Niedrigpotentiale für eine weitere Besiedelung verschoben haben. In diesem Projekt sollen weiters die Grundlagen für ein Monitoring der Stadtregion erarbeitet werden, das im Rahmen der Planungsgemeinschaft Ost (PGO) in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden soll.

Ergebnisse


Die neuerliche Analyse der Stadtregion hat vor allem gezeigt, dass das Wachstum schneller vorangeschritten ist, als es in der Prognose von 2006 angenommen wurde. Von 2006 bis 2031 (also für 25 Jahre) wurde ein Zuwachs von 400.000 Personen angenommen, nach zehn Jahren beträgt das Wachstum bereits 260.000 Personen. Wobei vor allem die Kernstadt Wien überproportional wächst, die umliegenden Bezirke großteils im Rahmen der Prognose geblieben sind. Wien ist dabei Hauptanziehungspunkt für internationale Zuwanderung und aus dem restlichen Österreich (Urbanisierung, Reurbanisierung). Die Bezirke um die Kernstadt haben hingegen einen positiven Wanderungssaldo mit Wien (Suburbanisierung).

Das Wachstum ist dabei überwiegen in so genannten Hochpotentialzellen zu beobachten. Zentrale, gut ausgestattete Orte sind attraktiv – eine Tendenz zur flächigen Zersiedelung und damit die Ausbreitung der Stadtregion auch in Niedrig-Potentialflächen lässt sich kaum beobachten. Das grundlegende Muster der Entwicklungspotentiale (Hoch-, Mittel-, Niedrigpotential) hat sich über die Jahre kaum verändert. Aufwertungen lassen sich vor allem dort beobachten, wo es zu einer Aufwertung der Verkehrsinfrastruktur gekommen ist (beispielsweise die Verlängerung der Autobahn A5 Richtung Tschechien).

Weiterführende Informationen und Downloads sind auf der Website der Planungsgemeinschaft Ost zu finden.

„Cover des Endberichts“; © PGO

Publikationen


Eder, Jakob, Elisabeth Gruber, Peter Görgl und Markus Hemetsberger (2018): Wie Wien wächst: Monitoring aktueller Trends hinsichtlich Bevölkerungs- und Siedlungsentwicklung in der Stadtregion Wien. In. Raumforschung und Raumordnung, 1-17. [epub ahead of print]

Görgl, Peter, Jakob Eder, Elisabeth Gruber und Heinz Faßmann (2017): Monitoring der Siedlungsentwicklung in der Stadtregion+. Strategien zur räumlichen Entwicklung der Ostregion. Wien. Endbericht.