Strategische Raumplanung im Kontext örtlicher und regionaler Schrumpfung

Finnische und Österreichische Planungskulturen im Vergleich [FWF-J3993-G29]


Zielsetzung und Fragestellungen


Ausgangspunkt dieser Studie ist der Umstand, dass viele europäische Städte und Regionen mit demographischem Rückgang und wirtschaftlichem Abschwung konfrontiert sind. Wachsende Ballungsräume sind bislang unter höherer politischer und akademischer Aufmerksamkeit gestanden, insbesondere auch in Fragen stadtplanerischer und wirtschaftlicher Aktivitäten. Im Gegensatz zum Großteil raumplanerischer Studien wird sich diese Studie also dem Phänomen der regionalen Entwicklung unter Schrumpfungsbedingungen widmen. Es soll ein wissenschaftlicher Beitrag zur Debatte um Strategische Raumplanung geleistet werden, indem Schrumpfung als Thema behandelt wird. Die Hauptfragestellung ist, wie Strategische Raumplanung adaptiert und weiterentwickelt werden kann, um mit örtlicher und regionaler Schrumpfung umgehen zu können? Strategische Raumplanung kann mehr als das formell-rechtliche System der hoheitlichen Raumplanung und bezieht konzeptionell u.a. BürgerInnenbeteiligung, Involvierung privatwirtschaftlicher Akteure, zukunftsgerichtete und alternative Planungswege mit ein. Weil die hoheitliche Raumplanung (z.B: Flächenwidmungspläne) relativ beschränkt ist im Umgang mit komplexen Prozessen der Raumentwicklung, erfolgt ein Fokus auf Strategische Raumplanung in dieser Studie. Räumliche Schrumpfung ist ein gesellschaftspolitisch sehr heikles Thema und man muss davon ausgehen, dass es in verschiedenen Planungskulturen unterschiedlich aufgefasst wird und unterschiedlich damit umgegangen wird. Deshalb folgt diese Studie einem Kultur-sensitiven Zugang und vergleicht die Planungspraktiken in Finnland und in Österreich. Neben Literatur-, Dokumenten- und Datenanalysen werden eine Reihe an ExpertInnen- und Stakeholder-Interviews durchgeführt. Ein wesentlicher methodischer Aspekt sind Workshop- und Diskussions-Veranstaltungen, in denen es der nationalen und internationalen Wissenschaftscommunity sowie ExpertInnen und PraktikerInnen ermöglicht wird, auf Basis der (Zwischen-)Ergebnisse der Studie in Dialog zu treten. Insgesamt soll diese Studie nicht nur zur Theoriebildung rund um Strategische Raumplanung beitragen, sondern auch Erkenntnisse sammeln, wie man planerisch mit schrumpfenden Städten und Regionen in der Praxis besser umgehen kann.