RESPOND

Multilevel Governance of Mass Migration in Europe and Beyond


Zielsetzung und Fragestellungen


Das Forschungsprojekt RESPOND untersucht den politischen Umgang mit der sogenannten „Flüchtlingskrise“ des Jahres 2015. Als eine der größten Herausforderungen der EU offenbart die Krise Defizite europäischer Grenzregime und macht neben den Schwächen des Schengen-Systems Probleme im politischen Umgang mit Migrationsbewegungen und Integration deutlich.

Eines der offenkundigsten Resultate dieser Krise im Umgang mit dem Flucht- und Migrationsgeschehen ist die Polarisierung politischer Lösungsansätze innerhalb der europäischen Mitgliedsstaaten. Inkohärente Lösungsansätze rühren aus unterschiedlichen rechtsstaatlichen Strukturen, Gesetzgebungen, sozioökonomischen Bedingungen und kulturellen Normen. Vor diesem Hintergrund bedarf es einer eingehenden wissenschaftlichen Analyse, um diese teilweise entgegensetzten Bedürfnisse und Ziele in Einklang zu bringen.

RESPOND vereint 14 Projektpartner um

  1. mithilfe länderübergreifender, vergleichender Forschung ein besseres Verständnis des politischen Umgangs mit Massenmigration zu erhalten, und zwar auf der Makro-, Meso- und Mikroebene;
  2. eine kritische Analyse von Governance-Praktiken zu ermöglichen, die es zum Ziel hat, Regierungshandeln zu verbessern und die politische Kohärenz zwischen der EU, ihren Mitgliedsstaaten und Drittstaaten zu stärken.

Das Projekt untersucht die Governance im Bereich von Migration und Asyl entlang von fünf thematischen Feldern: (1) Grenzmanagement und Sicherheit, (2) Schutz von Geflüchteten, (3) Aufnahmepolitik, (4) Integrationspolitik und (5) konflikthafte Europäisierung. Auf der individuellen Ebene zeichnen die Themenbereiche 1 bis 4 den Weg von Geflüchteten nach: Von der Grenzüberschreitung und der Konfrontation mit unterschiedlichen Schutzpolitiken, über den Aufenthalt in Aufnahmeeinrichtungen bis hin zur etwaigen Integration in ein neues Zuhause. Gleichzeitig können die Bereiche als Regierungskontexte gedacht werden, angefangen von Sicherheits- und Rechtsregimen, über nationale und lokale Politiken hinweg, aber auch im Zusammenhang mit konfliktbehafteten Diskursen über Europäisierung im Bereich Migration und Asyl. Um all diese Dimensionen zu erforschen, verfolgt RESPOND einen interdisziplinären Ansatz, der mit einer Reihe von methodischen Instrumenten arbeitet. Dazu gehören etwa Analysen des Rechtssystems und der Gesetzgebung, des politischen Diskurses, sowie umfassende interviewbasierte Erhebungen. Durch einen analytischen Fokus auf die Wahrnehmung von Geflüchteten hoffen wir aus ihren Erfahrungen lernen zu können, gleichwohl aber auch kritische Einblicke in Policy Inkohärenz zu erlangen und Strategien für die Verbesserung politischer Maßnahmen erarbeiten zu können. 

 

Aktivitäten und Publikationen


Konferenzen und Diskussionsrunden

  • V International Conference ESPAnet Polska on 27th September 2018 in Warsaw: Josipovic & Reeger: “Migration and Integration Policies in Austria: Historical Developments and Current Interplay”
  • 5th Annual Conference for Migration and Integration Research on 6th December 2018 in Vienna: Josipovic & Reeger “The impact of the “refugee crisis” of 2015: policy responses and stakeholder deliberations in Austria”
  • Migration Governance Network February 2019 at ÖAW - group discussion with practitioners and experts  
  • 16th Annual IMISCOE Conference June 26-28, 2019 Malmö University: Josipovic: "Interviewing refugees: vulnerability in context" & "Techniques of migration governance", Reeger & Rottman: "Endless waiting and (non-)belonging: the future of social cohesion in immigration cities"
  • RESPOND Cambridge University Conference October 2019: Reeger & Nagel: "Experiences of reception and welcoming culture: Austria and Germany compared", Josipovic: "Beyond Imageries of Nation-State Sovereignty: Border Politics in Austria".

Blog Beiträge

  • “Assessing Austrian Policy Reforms: Practitioner Point of View” by Ivan Josipovic and Ursula Reeger, May 2019 (Link)
  • “Detention and Containment on the Rise in Austria” by Ivan Josipovic, March 2019 (Link)