Bei diesem COVID19-Rapid-Response-2020-Projekt handelt es sich um eine Kooperation des Instituts für Stadt- und Regionalforschung sowie des Instituts für Sozialanthropologie. Beide Institutionen bringen Kontakte zu Migrant/innen/organisationen und langjährige Forschungsexpertise in der syrischen (ISA) bzw. in der afghanischen Community (ISR) mit.

Geflüchtete befinden sich unter den durch COVID-19 besonders gefährdeten Menschen. Bereits im Herkunftsland vor und im Verlauf der Flucht waren sie oftmals in Settings, die als „Ausnahmezustand“ bezeichnet werden können. Abermals sind sie nun einem Ausnahmezustand ausgesetzt. „Social distancing“ ist die Hauptstrategie, um die Infektionsgefahr zu bannen. Wie gehen aber Geflüchtete, mit dieser Herausforderung um? Als Asylberechtigte bzw. subsidiär Schutzberechtigte leben sie häufig in beengten Wohnverhältnissen, andererseits ist Social Networking innerhalb der Herkunftsgruppen und mit österreichischen Kontaktpersonen (z.B. Freunde, Mentor/inn/en, Deutschlehrende, Mitarbeiter von NGOs) eine der wichtigsten Integrationsstrategien.

In der Brisanz der aktuellen Situation sollen die Reaktionen der Geflüchteten aus Syrien und Afghanistan auf die COVID-19 Krise sowie die vielfältigen Veränderungen in allen Lebensbereichen erhoben werden. Es entstehen neue Strukturen in den Communities, die sich durch Einbindung von Online-Kommunikation auszeichnen (spirituelle Angebote, Unterstützung für Alltagserledigungen, Diskussionsforen). Zudem werden auch die aktuellen Erfahrungen der Einrichtungen der Flüchtlingsbetreuung berücksichtigt. Die Datenerhebung basiert auf einem Mixed-Method-Ansatz, der Community-based participatory-research (CBPR)-Elemente beinhaltet und zu einer Mehrschrittanalyse führt.

Project Team: Maria Six-Hohenbalken, Sabine Bauer-Amin, Ola Laila, Mohammed Nour Zena
 

Kooperation: Josef Kohlbacher, Marie Lehner (ISR)

Projektlaufzeit: 01.05.2020-30.09.2020

Finanzierung: WWTF, ISA