Institut für Iranistik / Institute of Iranian Studies Österreichische Akademie der Wissenschaften
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Österreichrelevante Iranforschung
Iranianness. The construction, negotiation and contestation of Iranian identities in Vienna
Projektbearbeitung: Dr. Julia Czarnowski
 

abgeschlossen 09/2009

 
Forschungsprojekt, gefördert im Jahre 2005 durch den Jubiläumsfonds der Stadt Wien und ab 2007 über den FWF (Projektleiter Prof. Dr. Bert Fragner)
 

Unter 'IranerInnen' werden hier solche Personen gefasst, die sich selber als solche definieren oder die von Dritten als IranerInnen eingestuft werden. Darunter fallen Angehörige verschiedener ethnischer Gruppen (z.B.: Perser, Armenier, Assyrer, Kurden), verschiedener religiöser Gruppen (z.B.: Zoroastrier, Baha’i, Schi'iten, Sunniten), verschiedenere Generationen (1., 1,5., 2. und 3. Generation) sowie Angehörige verschiedener Berufs- und Interessensgruppen. Gleichsam gehören dazu all diejenigen, die eigentlich überhaupt nichts mehr mit dem Iran zu tun haben, die sich als areligiös definieren und die mit solcherlei ethnischen und kulturellen Zuschreibungen nichts anfangen können.

Dieses Projekt baut auf den Ergebnissen zu ethnischen Kategorisierungen, die in Diskursen innerhalb Wiens generiert und transportiert werden (siehe abgeschlossenes Projekt Iranians in Vienna), auf. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes wird untersucht, inwiefern Zuschreibungen von sozialen Akteuren selber kreiert, aufgesucht, abgewehrt und auch uminterpretiert werden. Hier steht die "agency" der sozialen Akteure im Fordergrund. Dieser Arbeit liegen zeit- und ortsgebundene Identitätskonzeptionen meiner GesprächspartnerInnen zugrunde (u.a. Vorstellungen von Zugehörigkeiten, Heimaten, Bezugspersonen.) sowie deren situative Veränderungen und ihre strategische und habituelle Symbolisierung. Zur habituellen Symbolisierung zähle ich eine Vielzahl weniger reflektierter kultureller Gewohnheiten wie z.B. bestimmter Assoziationen von Essen und Zugehörigkeit, Musikpräferenzen oder auch Sprachroutine. Dem gegenüber stehen die strategischen Symbolisierungen, bei denen über bestimmte sprachliche Ausdrucksformen oder nach außen getragene "marker" (Kettenanhänger, akademische Titel, Namen, Kleidungsformen etc.) Zugehörigkeiten betont oder verschleiert werden sollen. Zu dem weiten Feld der Identitäten bzw. Identifikationsprozesse gehören hier zudem die "organisational identifications" (Richard Jenkins), die einzelne Akteure in den Kontext von Organisationen stellen (z.B. Iranische Vereine).

 

Methode

Narrative Interviews, teilnehmende Beobachtung, Literaturauswertung, Fragebogenerhebungen
 
Methodologie
Grounded Theory
 
Theoretische Verankerung
Migrationsforschung (Baumann, Brettell) und Kognitive Anthropologie (Jenkins, Brubaker, Cooper)
 
Bearbeitungszeitraum
mit Vorarbeiten seit 2005 bis voraussichtlich Oktober 2009
 
Literaturliste
  • Baumann, Gerd
    1996 Contesting Culture: Discourses of Identity in multi-ethnic London. Cambridge Studies in Social and Cultural Anthropology, vol. 100. Cambridge: Cambridge University Press.
  • Brettell, Caroline B.
    2000 "Theorizing Migration in Anthropology. The Social Construction of Networks, Identities, Communities, and Globalscapes." In Caroline B. Brettell and James F. Hollifield (eds.), Migration Theory:Talking Across Disciplines: 97-135. New York: Routledge.
    2003 Anthropology and Migration. Essays on Transnationalism, Ethnicity, and Identity. Walnut Creek: AltaMira Press.
  • Brubaker, Rogers, and Frederick Cooper
    2000 "Beyond 'identity'." Theory and Society, 29: 1-47.
  • Cohen, Anthony P. (ed.)
    2000 Signifying Identities: Anthropological Perspectives on Boundaries and Contested Values. London; New York: Routledge.
  • Jenkins, Richard
    1997 Rethinking Ethnicity. Arguments and Explorations. London: Sage Publications Inc.
    2004 Social Identity. Second Edition. Ed. by Peter Hamilton. Key Ideas. London; New York: Routledge.
 
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  zuletzt geändert am: 03.02.2012