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Österreichisches Biographisches Lexikon (OeBL)


Das Österreichische Biographische Lexikon setzt in Österreich eine Tradition der lexikalischen Biographik fort, die auf Constantin von Wurzbach und sein sechzigbändiges Werk "Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich" (erschienen 1856-1891) zurückgeht. Noch während des Ersten Weltkriegs begannen an internationalen Vorbildern orientierte Vorarbeiten zu einer Fortsetzung von Wurzbachs Lexikon, die zu einem Teil in der auch noch später weitergeführten Publikationsreihe "Neue Österreichische Biographie" veröffentlicht wurden. Darüber hinaus war vom Amalthea-Verlag reiches biographisches Datenmaterial gesammelt worden, das die Österreichische Akademie der Wissenschaften 1946 mit dem Ziel übernahm, es aufzuarbeiten und in Form eines Biographischen Lexikons herauszugeben.

Zu diesem Zweck wurde im selben Jahr die "Kommission für die Ausarbeitung eines Österreichischen Biographischen Lexikons" gegründet und eine Redaktion eingerichtet. Diese Kommission wurde am 1.1.1994 in das Institut "Österreichisches Biographisches Lexikon und biographische Dokumentation" der Österreichischen Akademie der Wissenschaften umgewandelt. Am 1.1.2013 wurde das ÖBL in das neugegründete Institut für Neuzeit- und Zeitgeschichtsforschung eingegliedert.

Das ÖBL ist das einzige enzyklopädische Werk in Europa, das Lebens- und Karriereverläufe bedeutender Persönlichkeiten des gesamten Gebiets der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie sowie der Ersten und Zweiten Republik erfasst. Bei der Auswahl der Aufzunehmenden ist es uns ein wesentliches Anliegen, gerade jene Persönlichkeiten zu berücksichtigen, die nicht im Vordergrund des allgemeinen Bewusstseins stehen.

Derzeit umfasst die Printedition 68 Lieferungen. Die letzte ist im September 2017 erschienen und reicht von Valentinotti Stefan bis Vogel von Frommanshausen Karl. Bisher sind mehr als 18.500 Biographien veröffentlicht, die den Buchstabenbereich „A-Vog“ abdecken Eine Übersicht über die bis 2017 erschienenen Bände bzw. Einzellieferung finden Sie hier. Mit den Bänden 15 und 16 (und insgesamt mehr als 20.000 Biographien) wird die Printedition in den nächsten Jahren abgeschlossen.

2004 wurde mit dem Aufbau einer Online-Edition begonnen. Seit Juli 2009 steht diese Version  open access im Netz. Zusätzlich zu diesem Angebot ging 2011 eine kostenpflichtige „Premiumversion“ online: Sie enthält nunmehr vertiefte Suchmöglichkeiten , die über die Volltextsuche hinausreichen, und bietet ergänzendes Bildmaterial und weiterführende Links an.

Am 15. April 2015 erfolgte der Start des Projekts "Mapping historical networks. Building the new Austrian Prosopographical | Biographical Information System (APIS)", ein von der Österreichischen Nationalstiftung finanziertes Projekt, das im Rahmen der ÖAW-Ausschreibung "Digital Humanities: Langzeitprojekte zum kulturellen Erbe" bewilligt wurde.