Das Erbe der Habsburgermonarchie in den Nachfolgestaaten (Brüche und Kontinuitäten)


Als Sonderband zu der vor dem Abschluss stehenden Reihe: „Die Habsburgermonarchie 1848–1918“ wird sich der Band mit dem Erbe der Habsburgermonarchie in den (im engeren und weiteren Sinne) Nachfolgestaaten befassen. Geplant ist eine Analyse der Umbruchszeit mit dem Schwerpunkt auf den 1920er Jahren (bis zum Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 1929/30). Im Fokus steht dabei nicht die „Zäsur“ 1918, sondern eine Betrachtungsweise, die mit dem Begriffspaar „Bruch“ und „Kontinuität“ beschrieben werden kann: die Entwicklungen der 1920er Jahre sollen in Beziehung zur Vorkriegszeit gesetzt und gegebenenfalls das „Alte“ im „Neuen“ aufgespürt werden. In räumlicher Hinsicht über den mitteleuropäischen Raum hinausgehend, werden die neu entstandenen Staaten in den gesamteuropäischen Zusammenhang gestellt.

Der Band bietet somit keine „Nationalgeschichten“ im Sinne einer nationalstaatlich fixierten Geschichtsdeutung, sondern zielt vielmehr darauf ab, die Habsburgermonarchie nach der Habsburgermonarchie zu erforschen und sie gleichzeitig in der veränderten internationalen Ordnung der Nachkriegszeit zu verorten (Einleitungskapitel). Die zu bearbeitenden Themenfelder sollen daher nicht „länderweise“, sondern komparativ und auf der Basis größerer Räume analysiert und in einen methodisch-theoretischen Kontext eingeordnet werden. Dies ist insofern von Bedeutung, als sich die Probleme der Nachkriegsordnung als durchaus multinational erwiesen und politische Lösungsansätze im nationalen oder bilateralen Rahmen zu kurz griffen.