Gemeinsames Österreichisch-Tschechisches Geschichtsbuch


Ziel des von der Ständigen Konferenz österreichischer und tschechischer Historiker zum gemeinsamen kulturellen Erbe (SKÖTH) beauftragten Projekts „Gemeinsames Österreichisch-Tschechisches Geschichtsbuch“ ist die Erarbeitung einer auf neuesten Forschungsergebnissen beruhenden, komparativen Darstellung der Geschichte der beiden Staaten und Gesellschaften mit dem Schwerpunkt auf die Entwicklung im 20. Jahrhundert. 

Beide Länder verbindet bis hinauf ins 20. Jahrhundert eine über weite Strecken gemeinsame (staatliche) Geschichte, die jedoch als Folge der Konstituierungs-prozesse der modernen National-Gesellschaften zum Teil völlig unterschiedlich gesehen und interpretiert wird. Nach dem Zerfall der Habsburger-Monarchie standen sich zwei  Staaten gegenüber, deren Verhältnis von Konkurrenz (mit jeweils unterschiedlicher Rollenverteilung), aber auch Versuchen zur Kooperation geprägt waren. Nach 1989 sind es vor allem die symbolisch hoch aufgeladenen, konfliktbehafteten Themen wie „Temelín“ und die „Beneš-Dekrete“, die die politischen Diskussionen zwischen Prag und Wien beherrschen und die medial vermittelte Wahrnehmung vom jeweils anderen bestimmen.

Das Buchprojekt wird in enger Zusammenarbeit von Autorinnen und Autoren aus Österreich und Tschechien erstellt. Diese beschreiben auf etwa 500 Seiten nicht nur die wichtigsten Zeitabschnitte, sondern in Längsschnitten auch Thematiken wie die bestehenden Narrative und Stereotypen oder das Leben an der Grenze. Daneben ist an die Erstellung einer Broschüre sowie didaktischer Materialien für den Schulunterricht gedacht. Begleitet wird das Projekt durch einen öffentlichen Diskussionsprozess. Fördergeber sind das Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA), das Bundesministerium für Bildung und Frauen (BMBF) und die Bundesländer Niederösterreich, Oberösterreich und Wien sowie der Zukunftsfonds der Republik Österreich. Auf tschechischer Seite erfolgt die Finanzierung eigenständig.

Projektdauer: 2015-2018 


Österreichische Projektkoordination:

Mag. Niklas Perzi, MAS
Niklas.Perzi(at)oeaw.ac.at

Dr. Hildegard Schmoller
Hildegard.Schmoller(at)oeaw.ac.at