Die Konstruktion der Erinnerung

Kristian Folta-Schoofs von der Universität Hildesheim referiert über Erkenntnisse der neurobiologischen Lern- und Gedächtnisforschung. Dieser Vortrag findet im Rahmen der Konferenz Empires to Be Remembered vom 24. bis 28. November 2015 in Wien statt.

 

Durch die modernen Methoden der Hirnforschung gewinnen Neurowissenschaftler immer weitreichendere Erkenntnisse darüber, wie das Gehirn eines Menschen aus der Flut von eintreffenden Außenreizen subjektive Wahrnehmungseindrücke konstruiert und diese Konstruktionen als persönliche Erinnerungen längerfristig (vielleicht sogar ein Leben lang) konsolidiert. Anhand von bedeutenden Befunden aus der neurobiologischen Lern- und Gedächtnisforschung will Prof. Dr. Folta-Schoofs grundlegende neurobiologische Substrate von Lernen und Gedächtnis verständlich erklären und aufzeigen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Menschen ein Leben lang erfolgreich lernen können. Auf Basis dieser Erkenntnisse soll näher erläutert werden, wie historische Ereignisse die Informationsverarbeitung im Gehirn von Zeitzeugen und ihren Nachkommen nachhaltig verändern. Dabei soll auch die Rolle der modernen Medien kritisch beleuchtet werden, die heute in ganz besonderem Ausmaß in der Lage sind, sozial geteilte Erinnerungen im Gedächtnis zu verankern, um auf diese Weise das Erleben und Verhalten von Menschen – über die Grenzen eines einzelnen Landes hinaus – zu verändern.

Prof. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Kristian Folta-Schoofs ist Universitätsprofessor an der Stiftung Universität Hildesheim, wo er für die Bereiche Biopsychologie, Neuropsychologie und Neurodidaktik verantwortlich zeichnet. Er ist Mitglied in mehreren Fachgruppen der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, der Neurowissenschaftlichen Gesellschaft, der European Society for Cognitive and Affective Neuroscience (ESCAN) sowie der interdisziplinären Sprechergruppe des Kompetenzzentrums Frühe Kindheit Niedersachsen (http://www.fruehe-kindheit-niedersachsen.de).

 

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