Nobelpreisträger, Kaiserjubiläum, Weltrettung

Wissenschaftsfans können sich auch 2019 auf spannende Veranstaltungen an der ÖAW freuen. Ein paar Highlights des Jahres im Überblick – und zum rot im Kalender Markieren.

© ÖAW/Daniel Hinterramskogler

Neue Akademievorlesungen starten

Eine Reihe von Veranstaltungen der ÖAW unter dem neuen Titel „Akademievorlesungen“ bringt prominente Vortragende nach Wien. Den Auftakt macht am 18. März im Festsaal der deutsche Mathematiker und derzeitige Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften Martin Grötschel, der einen Vortrag zum Thema „Schnelles Rechnen“ hält. Am 2. April folgt ein Vortrag von Gabriel Felbermayr „Zur neuen (Un)Ordnung im Welthandel“. Der österreichische Ökonom ist derzeit am Münchner Ifo Institut für Wirtschaftsforschung und wird ab März 2019 als Präsident das Kieler Institut für Weltwirtschaft leiten. Der in Österreich geborene US-Physiker Eli Yablonovitch ist schließlich am 23. Mai an der ÖAW zu Gast. Yablonovitch forscht auf dem Gebiet der nichtlinearen Optik und erfand 1987 photonische Kristalle, die in der optischen Telekommunikation angewendet werden.

© Kurt Wüthrich, ETH Zürich

Nobelpreisträger Kurt Wüthrich in Wien

Hans Tuppy hat wie kein anderer die österreichische Wissenschafts- und Forschungslandschaft geprägt. Um den österreichischen Biochemiker und seine Leistungen zu ehren, finden einmal pro Semester – alternierend an der Universität Wien und an der Akademie der Wissenschaften – Hans Tuppy Lectures statt, bei denen hervorragende Wissenschaftler/innen vortragen, die einen bahnbrechenden Beitrag zur Biochemie oder Molekularbiologie geleistet haben. Die nächste Hans Tuppy Lecture am 4. März 2019 an der Universität Wien hält Nobelpreisträger Kurt Wüthrich von der ETH Zürich. Wüthrich erlangte Berühmtheit für seine innovativen Arbeiten zur Strukturaufklärung von Proteinen mittels kernmagnetischer Resonanzspektroskopie. Dafür wurde ihm im Jahr 2002 der Nobelpreis für Chemie verliehen.

@ Wikimedia/Public Domain

500 Jahre Kaiser Maximilian I.

Feudaler Ritter, Renaissancefürst, Humanist, Literat – und schließlich römisch-deutscher Kaiser: Maximilian I. (1459–1519) war eine schillernde Herrscherpersönlichkeit. Der Habsburger, der sich „Per tot discrimina rerum“ / „Durch so viele Gefahren“ zum Wahlspruch gewählt hatte, regierte am Ende des Mittelalters in einer Zeit tiefgreifender kultureller und weltanschaulicher Umbrüche. Die internationale Konferenz „Maximilian I. (1459-1519). Person, Brüche und Umbrüche einer Brückenzeit“ beleuchtet zum 500. Todestag des Herrschers sein Wirken in Politik und Kultur. Gemeinsam von der ÖAW und den Universitäten Innsbruck und Wien veranstaltet, finden vom 18. bis 23. März 2019 Programmpunkte in Innsbruck, Wels und Wien statt – jenen drei Orten, die für Leben und Herrschaft Maximilians von zentraler Bedeutung waren.
PROGRAMM
 

© UNO

Ist die Welt noch zu retten?

Die Vereinten Nationen verabschiedeten 2016 insgesamt 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals) mit einer Laufzeit von 15 Jahren. Sie sollen die nachhaltige Entwicklung der Welt auf ökonomischer, sozialer und ökologischer Ebene sichern. Es geht etwa um die Bekämpfung von Armut, die Chance der Bildung für alle oder um Maßnahmen gegen der Klimawandel. Beim internationalen Symposium „Global Sustainable Development Goals in a Mediatized World” vom 4. bis 5. April 2019 widmet sich die Österreichische Akademie der Wissenschaften der Frage, ob und wie diese Ziele bis 2030 erreicht werden können und welche Rolle die Wissenschaft und die Medien dabei spielen.

Programm

120 Jahre Phonogrammarchiv der ÖAW

Das im Jahr 1899 gegründete Phonogrammarchiv der Akademie der Wissenschaften ist das älteste Tonarchiv der Welt. Inzwischen verwahrt, digitalisiert und erforscht es nicht nur Tonträger sondern jegliche audiovisuellen Medien, die es für Wissenschaft und Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. Seine historischen Bestände (1899–1950) wurden 1999 in das Memory of the World-Register der UNESCO aufgenommen, 2018 folgten die Tonaufnahmen österreichischer Dialekte 1951–1983. Das 120-jährige Jubiläum begeht das Phonogrammarchiv am 25. April 2019 mit einer feierlichen Veranstaltung im Festsaal der ÖAW, begleitet von einem wissenschaftlichen Symposium, das sich der Datengewinnung, -verwertung und -erforschung sowie den technischen Anforderungen dahinter widmet.
 

© Wikimedia/CC BY-SA 4.0/Sana Mosefaei

Kulturen der Welt erkunden

Ob Irans „Wilder Westen“, Diaspora in Südosteuropa oder Dark Tourism in Indonesien: Zahlreiche kultur- und sozialwissenschaftliche Vorträge blicken Anfang 2019 über den heimischen Tellerrand. Florian Schwarz, Direktor des Instituts für Iranistik der ÖAW, erkundet in zwei Vorträgen am 10. und 15. Jänner das hierzulande weitgehend unbekannte Zagros Gebirge im Westen Irans und den historischen Wandel dieser Region. Ulf Brunnbauer von der Universität Regensburg nimmt auf Einladung des Instituts für Neuzeit- und Zeitgeschichtsforschung der ÖAW am 16. Jänner die politische Bedeutung von Diaspora als transnationale Zugehörigkeit in Südosteuropa in den Blick. Islamische Mikrofinanzinstitutionen (10. Jänner), der Umgang mit kollektiven Traumata durch Naturkatastrophen in Indonesien (17. Jänner) und die Frage, welche Rolle Gefühle in multikulturellen Gesellschaften spielen (24. Jänner) stehen beim Institut für Sozialanthropologie auf dem Programm.

Veranstaltungsüberblick