Freitag, 13. April 2018, 17:00

Das Institut für Mittelalterforschung bei der Langen Nacht der Forschung 2018

Wissenschafter/innen der Abteilungen Byzanzforschung, Editionsunternehmen und Quellenforschung, Historische Identitätsforschung sowie Schrift- und Buchwesen laden die Besucher/innen der Langen Nacht der Forschung am 13. April ein, das Mittelalter in Ost und West zu erleben.

Licht ins vermeintlich „dunkle Mittelalter“ bringen: Mit interaktiven, unterhaltsamen und informationsgeladenen Stationen möchten die Wissenschafter/innen des Instituts für Mittelalterforschung die Welt des Mittelalters einen Abend lang in die Gegenwart holen. Ab 17:00 Uhr können Besucher/innen ihr eigenes Wappen erhalten, sich mit Federkiel und Tinte auf Pergament verewigen oder mehr über Byzanz erfahren (und dabei auch einen Preis gewinnen).

Geschichte(n) schreiben wie im Mittelalter

Zum Schreiben verwenden wir heute Kugelschreiber und Papier, Tastaturen oder Touchscreens. Im Mittelalter war dies anders: Wenige Personen beherrschten die Schrift. Jene, die schreiben konnten, benutzten speziell zugeschnittene Gänsefedern als Stifte und schrieben oft auf Pergament. In mühevoller Arbeit entstanden Bücher, die komplett handgefertigt waren. Wer selbst in die Rolle eines mittelalterlichen Schreibers schlüpfen möchte, kann dies mit authentischem Schreibmaterial im Rahmen der Langen Nacht der Forschung versuchen.

Wappenbriefe

Die von König und Kaiser verliehenen Wappen waren im Mittelalter Zeichen hohen sozialen Ranges. Sie dienten dem Wappenführer zur Repräsentation und verdeutlichten seine Zugehörigkeit zu einer gewissen gesellschaftlichen Schicht, sei es zum Adel oder zum Bürgertum. Die Urkunden wurden mit dem Wappenbild prächtig ausgestattet und waren ein Beweis, dass die Familie in hoher Gunst stand. Besucher/innen können sich bei uns wie ein mittelalterlicher Adeliger fühlen und von uns ein Wappen erhalten – mit besiegelter Urkunde zum Mitnehmen.

Byzanz und der Westen

Das legendäre Byzantinische Reich, das die Geschichte Europas und Asiens über 1000 Jahre prägend mitbestimmt hat, endete zwar 1453, doch mittlerweile war bereits die gesamte europäische Kultur mehr oder weniger griechisch-byzantinisch beeinflusst. Selbst Wien zeigt Spuren dieses byzantinischen Einflusses, und dies nicht nur durch die Heiratspolitik der Babenberger. Die Präsentation erfolgt in Zusammenarbeit mit der Großausstellung Byzanz & der Westen auf der Schallaburg und lädt zum Kennenlernen von Byzanz in Wien ein … mit verlockenden Preisen.

A rose by any other name would smell as sweet

Öfter als man glauben mag, wirkt das Mittelalter in die Gegenwart nach. In westlichen wie in östlichen Kulturen dienen insbesondere Herrscher und Helden als Vorbilder und zur Identifikation, nicht nur von Einzelpersonen. Gemeinsame Helden und ihre Taten in der Vergangenheit schaffen auch in der Gegenwart ein Wir-Bewusstsein und eine nationalen Identität. Wir zeigen diese Mechanismen spielerisch am Beispiel mittelalterlicher Identifikationsfiguren der Geschichte der Türkei auf. Wir beginnen unsere Heldenreise mit einem berühmten Bildnis von Mehmet II, auch Mehmet der Eroberer genannt, der 1453 Konstantinopel eroberte und damit das Ende des Byzantinischen Reiches besiegelte: Friedlich genießt er den Duft einer Rose.