Die frühmittelalterlichen Urkunden Alemanniens

Regionale Urkundenpraxis und ihre sozialen Kontexte


Bis zum heutigen Tag werden im Stiftsarchiv St. Gallen über 800 frühmittelalterliche Urkunden aus der Zeit vor dem Jahr 1000 aufbewahrt. Es handelt sich dabei um einen nördlich der Alpen einzigartigen Bestand von Originaldokumenten. Abgesehen von rund 75 Herrscherdiplomen sind eine Reihe so genannter Privaturkunden vorhanden, die Rechtsgeschäfte wie Schenkungen, Veräußerungen, Tauschgeschäfte und Landleihen bezeugen bzw. (Besitz-)Streitigkeiten dokumentieren.

Das laufende Projekt „Die frühmittelalterlichen Privaturkunden Alemanniens. Regionale Urkundenpraxis und ihre sozialen Kontexte“ (ÖAW) hat zwei Schwerpunkte. Einerseits soll die Faksimile-Ausgabe  der St. Galler Privaturkunden des 9. Jahrhunderts in der renommierten Reihe der Chartae Latinae Antiquiores (ChLA) zu einem Abschluss gebracht werden.

Andererseits soll eine eingehende diplomatische Untersuchung der frühmittelalterlichen Privaturkunden Alemanniens veröffentlicht werden. Dabei handelt sich um die 2018 angenommene Habilitationsschrift „Diplomatische Studien zu den St. Galler Privaturkunden des frühen Mittelalters (ca. 720-980)“.