Donnerstag, 08. Februar 2018, 16:30

Kampf um die Jugend im ‚Grenzland‘.

Lisbeth Matzer (a.r.t.e.s. Graduate School/Universität zu Köln), 8. Februar 2018, 16h30.

 

Im Zuge des Balkanfeldzuges der Deutschen Wehrmacht 1941 und der damit einhergehenden Errichtung der Zivilverwaltungen in Oberkrain und der Untersteiermark erweiterten sich nicht nur die Zuständigkeiten der steirischen und kärntner Gauleitungen, sondern auch jene der regionalen HJ-Organisationen. Von Klagenfurt und Graz ausgehend, entwickelte sich dabei die nationalsozialistische Jugendorganisierung in diesen beiden besetzten Gebieten jeweils unterschiedlich.

Das Dissertationsprojekt untersucht den Aufbau und die Praktiken der NS-Jugendorganisationen ausgehend von der ‚Ostmark‘ in den genannten grenzüberschreitenden Gebieten (1938–1945). Dabei werden Fragen nach (un/genutzten) Handlungsspielräumen und individuellen Interessen einzelner Akteure und Akteurinnen sowie nach dem lokalen Aufbau und nach verschiedenen Funktionsweisen der NS-Jugendorganisierung behandelt. Welche Bedeutung kam lokalen NS-Jugendgruppen unter Berücksichtigung der spezifisch-historischen Konstellationen des österreichisch-slowenischen ‚Grenzlandes‘ in Hinblick auf die Herstellung von Zugehörigkeit(en) oder auch der (symbolischen) Inbesitznahme von Raum zu? Welche Faktoren beeinflussten, hinderten oder förderten die nationalsozialistische Jugendarbeit im grenzüberschreitenden Raum? Von letzteren Fragestellungen ausgehend, thematisiert der Vortrag nach einer kurzen Einführung zum Forschungsprojekt die Aufbauarbeiten der NS-Jugendorganisationen in Oberkrain und der Untersteiermark und gibt anhand ausgewählter Beispiele Einblick in erste Forschungsergebnisse.