Orientalismen im Vergleich

Kapistrankanzel Stephansdom Wien. © IKT/Stefan Csáky

In Kooperation mit dem Institut für Sozialanthropologie der ÖAW

 

Der Orient stellt für Europa eines der ausgeprägtesten und ständig wiederkehrenden Bilder des Anderen dar (Edward Said). Das Projekt untersucht die Komplexität und Diversität des Orientalismus. In Zentraleuropa haben sich verschiedene Umgangsformen mit dem Anderen herausgebildet, die zu einer Pluralisierung nationaler, regionaler und kultureller Identitäten führten. Die sichtbare Präsenz eines ‘inneren Orients’ sowie die relative Nähe des ‘äußeren Orients’ manifestierten sich in einer Ambiguität – einerseits in strikten Abgrenzungsprozessen, anderseits in der Aneignung von Wissen über den ‘orientalisierten’ Anderen. Aneignungsprozesse dieser Art konnten sowohl das friedliche Zusammenleben sichern als auch Wege für Zivilisierungsmissionen ebnen. Diese Ambivalenzen bilden den Ausgangspunkt unserer vergleichenden Analysen.

Publikationen: Johannes Feichtinger