Konzepte, Kooperationen und Grenzziehungen

Nuklearmedizinische Forschung in Österreich während des Kalten Krieges

Dieses Projekt eröffnet neue Einblicke in die Episteme, Praktiken und Entstehung dieser jungen Disziplin. Es analysiert den Einfluss österreichischer Forschungseinrichtungen, ihrer Netzwerke sowie der Internationalen Atomenergiebehörde zur Zeit des Kalten Krieges. Neu an dem Projekt ist, dass die Entwicklung dieses Feldes an der Schnittstelle von naturwissenschaftlicher Forschung, technologischer Innovation und klinischer Praxis auf der Ebene von Konzepten, Methoden und (disziplinären) Abgrenzungsversuchen erforscht wird.

Die Relevanz dieses Projekts ergibt sich aus der integrativen Rolle der österreichischen Nuklearmediziner/innen, der von ihnen aufgebauten Kommunikationsinfrastruktur auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs und ihrer nachhaltigen Wirkung auf die europäische Forschungslandschaft. Die junge nuklearmedizinische Forschung stand vor der Herausforderung, sich international zwischen Ost und West zu positionieren und die geopolitische Peripherie und die Neutralität der Republik zu nutzen, um sich als „Brückenbauerin“ und gleichberechtigte Partnerin auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs zu etablieren.



Projektleiter: Johannes Mattes, Cécile Philippe (MedUni Wien)
Mitarbeiterin: Sandra Klos
Finanzierung: Bader Preis für die Geschichte der Naturwissenschaften (ÖAW/Bader Philanthropies, USA)
Dauer: 2021/04/01 – 2022/03/31

Einführung in das Projekt auf Deutsch

Realisiert in Zusammarbeit mit der Kommission für Geschichte und Philosophie der Wissenschaften  und der  Klinischen Abteilung für Nuklearmedizin der Medizinischen Universität Wien.

Foto: Herbert Vetter, Karl Fellinger und Rudolf Höfer (von links nach rechts) an der Zweiten Medizinischen Klinik der Universität Wien (1954). Schilddrüsenuntersuchung mit radioaktivem Jod in den 1950er Jahren (rechts), © Prof. Rudolf Höfer (Wien).