Die Habsburgermonarchie als Werkstatt der Welterkenntnis 1760–1860

Dieses Projekt widmet sich der Habsburgermonarchie als Denk- und Praxisraum und fragt nach dem Wissen, das hier unter den Bedingungen alltäglich erlebter Pluralität und Polyzentrik entstand. Es untersucht die eigenständige Wissenskultur, die sich in den Milieus der Monarchie herausbildete. Die habsburgischen Gelehrten entwickelten spezifische Techniken zur kognitiven Bewältigung und Gestaltung imperialer Diversität, deren Relevanz für die heterogenen Gesellschaften unserer Gegenwart ungebrochen bleibt.
Das Projekt verbindet die Erforschung von Natur- und Geisteswissenschaft, indem es zentrale, scharnierhafte Episteme (etwa Naturgesetz und Gesetzgebungskunst, natürliche Klassifikation und Milieu) sowie gelehrte Referenzmuster kultureller Selbstverortung in Raum und Zeit (Orient, Antike) untersucht. Dabei erschließt es ein breites Quellenspektrum in mehreren Sprachen der Region. Zentrales Anliegen des Vorhabens ist es, das zentraleuropäische Wissen über und für die Welt erstmals in seinen globalen Kontext einzubetten.



Projektleiter:  Franz  Fillafer
Finanzierung: ÖAW

Foto: © Wien Museum, 1832 tagte die Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte in Wien, abgerundet wurde das Programm mit einer Lustfahrt auf dem Laxenburger Schloßteich; die Naturforscher tummeln sich vor der Franzensburg, die Kaiser Franz als Symbol imperialer Ritterromantik im Zeitalter der Revolutionen und der modernen Wissenschaft errichten ließ.