Transformationen gesellschaftlicher Erinnerung

Österreichisches Gedächtnis im europäischen Kontext

Denkmal für die Opfer der NS-Militärjustiz, Wien-Ballhausplatz. © PID-Schaub-Walzer

Das Projekt „Transformationen gesellschaftlicher Erinnerung. Österreichisches Gedächtnis im europäischen Kontext“ analysiert die Transformationen des österreichischen Gedächtnisses im 20. Und dem beginnenden 21. Jahrhundert. Der Erste Weltkrieg, die Ständestaat-Diktatur und vor allem das „heiße“ Gedächtnis in Bezug auf Nationalsozialismus, Zweiten Weltkrieg und Holocaust von 1945 bis zur Gegenwart im transnational-europäischen Kontext. Das Forschungsinteresse richtet sich zum einen auf die Verhandlungen und Kontroversen um die Deutung der Vergangenheit, zum anderen auf die kulturellen und medialen Repräsentationen der jeweils hegemonialen Deutungsmuster. Die dabei analysierten symbolische Repräsentation umfassen ein breites Spektrum – von diskursiven Ausverhandlungen um die Deutungshoheit in unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern (Parlamentsdebatten, Presseorgane etc.) über materielle Formungen wie Denkmäler, Gedenkstätten und Museen bis hin zu populären Medien wie TV-Dokumentationen und Filmen. Gedächtnis wird dabei als dynamische Kategorie verstanden, die in einem zukunftsoffenen Prozess der Aneignung (kulturelles Erbe), Veränderung (invention of tradition) oder aber Verwerfung und Neu-Interpretation immer wieder neu erkämpft und aktualisiert werden muss.

Publikationen: Heidemarie Uhl