Eine Online-Ausstellung

1892 wurden die Vororte Währing, Weinhaus, Gersthof, Plötzleinsdorf, und Teile von Neustift am Walde und Salmannsdorf eingemeindet und aus ihnen der neue Bezirk Währing gebildet. Zu dieser Zeit war Währing bereits ein beliebter Ort zum Wohnen aber auch für Sommeraufenthalte. Um 1900 war Wien eine prosperierende Stadt mit der drittgrößten jüdischen Gemeinde Europas (nach Warschau und Budapest). Hierher strömten Menschen aus allen Teilen der Monarchie, um ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu verwirklichen.
Für Währing war dies nur bedingt von Bedeutung, weil der Bezirk nicht zu jenen Bezirken zählte, wo es eine große jüdische Bevölkerung gab. Bei der Volkszählung von 1934 wurden 5.061 Jüdinnen und Juden in Währing gezählt. Damit lag Währing an der zwölften Stelle der Wiener Bezirke. Die größte jüdische Bevölkerung mit 50.922 Personen hatte die Leopoldstadt. Nach dem „Anschluss“ verringerte sich die Zahl der jüdischen Bevölkerung durch Flucht und Vertreibung stark. Wer nicht flüchten konnte, wurde deportiert.

In Währing befanden sich vor der NS-Zeit auch mehrere wichtige jüdische Institutionen: der Währinger Friedhof, der zweitälteste jüdische Friedhof von Wien wurde schwer beschädigt, die Synagoge in der Schopenhauerstraße wurde während des Novemberpogroms zerstört. Das bekannte Rothschildspital am Währinger Gürtel wurde geschlossen als das Gebäude die SS im Jahr 1942 beschlagnahmte. Das Projekt zeigt jüdisches Leben Währing vor der Shoah und ist ein virtuelles Denkmal für die jüdischen Institutionen und die vertriebenen und ermordeten Jüdinnen und Juden aus Währing.

Publikationen: Eleonore Lappin-Eppel, Dieter Hecht


Information

Projektleiterin:
Eleonore Lappin-Eppel

Projektmitarbeiter:
Dieter J. Hecht

Finanzierung:
Drittmittel (Zukunftsfonds der Republik Österreich)

Projektdauer:
1.1.2020 - 30.6.2020