„der Türckische Säbel ist vor der Thür...“ (Abraham a Sancta Clara)

Zur Neubewertung von Türkenbildern in Wien

In Kooperation mit der Forschungsstelle für Sozialanthropologie der ÖAW

Das Forschungsprojekt der Türckische Säbel ist vor der Thür... Zur Neubewertung von Türkenbildern in Wien beschäftigt sich mit Denkmälern und Artefakten aus der und über die Türkenzeit, die im öffentlichen Raum zugänglich sind. Dabei geht es nicht um eine Deutung der Denkmäler im Sinn einer Stereotypisierung oder negativen Abgrenzung, wie das ursprünglich oft intendiert war, auch nicht im Sinn des Gegenteils davon, einer idealisierenden Aneignung, sondern im Sinn einer Nutzbarmachung für einen reflexiven Umgang mit diesem spezifischen „kulturellen Erbe“. Das bedeutet, den jeweiligen historischen Entstehungskontext zu erforschen, ebenso die Motive, die zu einem Verschwinden oder zur Abschaffung eines Denkmals führten wie auch insbesondere die zeitlichen Schichten, in denen einzelne Monumente eine Umdeutung oder eine Aufladung mit geänderter Bedeutung erfuhren. Es werden demnach mehrere Schichten der historischen Entwicklung und der damit verbundenen Deutung der Monumente bis in die Gegenwart hinein frei zu legen und einer reflexiven Betrachtung zugänglich zu machen sein. Als Resultat sollen mit Identitätskonstruktionen verbundene Vorgänge der Abgrenzung freigelegt werden, womit die Denkmäler und Artefakte aus und über die Türkenzeit in Wien zu Symbolen für Vorgänge in unserem eigenen Denken umgedeutet werden. Die Ergebnisse der im Projekt durchgeführten Forschung sollen an Hand eines interaktiven themenbezogenen Stadtplans von Wien im Internet zugänglich gemacht werden.