Bruch und Kontinuität

Die österreichische Akademie der Wissenschaften 1945 bis 1955

Seit den 1980er Jahren hat sich das Interesse am Umgang mit der NS-Vergangenheit vor allem auch auf die Institutionen des Wissens gerichtet. Anders als die Universitäten fanden der Bereich der Akademie der Wissenschaften dabei bislang in Österreich jedoch kaum Berücksichtigung, sieht man von der bahnbrechenden Arbeit von Herbert Matis über die Akademie der Wissenschaften in den Jahren 1938–1945 ab. Der Zeitraum nach 1945 wurde allerdings bislang noch kaum ins Auge gefasst. Dieses Desiderat greift das Forschungsprojekt „Bruch und Kontinuität. Die österreichische Akademie der Wissenschaften 1945 bis 1955“ auf, wobei die Frage nach Kontinuität und Bruch im Hinblick auf die institutionelle, personelle und wissenschaftsstrategische Neukonstituierung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in der Zweiten Republik im Zentrum des Forschungsinteresses steht. Das Forschungsprojekt über die Neukonstituierung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1945 und die Entwicklung in den Jahren 1945 bis 1955 richtet sich insbesondere auch auf den Themenkomplex Entnazifizierung / Umgang mit der NS-Vergangenheit, reduziert die Entwicklung in den Jahren 1945 bis 1955 aber nicht darauf, sondern versucht, eine differenzierte Sichtweise auf Bruchlinien und Kontinuitäten zu entwickeln.

Publikationen: Feichtinger/Uhl, Die Österreichische Akademie der Wissenschaften nach 1945. Eine Gelehrtengesellschaft im Spannungsfeld von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft, in: Margarete Grandner, Gernot Heiss, Oliver Rathkolb (Hg.): Zukunft mit Altlasten. Die Universität Wien 1945–1955, Innsbruck u.a. 2005, S. 313–337.