Beiträge zum Wissenschaftswandel in den Kulturwissenschaften in Österreich/Zentraleuropa (1848–1938)

Das Projekt beschäftigt sich mit der Geschichte der Autonomisierung der modernen Wissenschaften in Habsburg-Zentraleuropa. Hier waren sie im Gegensatz zu anderen Wissenschaftslandschaften mit zwei politischen Herausforderungen konfrontiert: der “Staatsnation” und der “Kulturnation”. Diese politische Konstellation, die mit einer spezifischen soziokulturellen Praxis verknüpft war, manifestierte sich epistemisch in eigenen Lösungen im Spannungsfeld von logischer Deduktion und empirischer Induktion, Objektivismus und Subjektivismus, Universalismus und Partikularismus. Entwicklungsprozesse dieser Art werden in diesem Projekt anhand signifikanter Positionen in den Wissenschaftsfeldern rekonstruiert.

Publikationen: Das Neue bei Mach, Freud und Kelsen. Zur Aufkündigung der Legitimationsfunktion in den Wissenschaften in Wien und Zentraleuropa um 1900, in: Johannes Feichtinger, Elisabeth Großegger, Gertraud Marinelli-König, Peter Stachel, Heidemarie Uhl (Hg.), Schauplatz Kultur – Zentraleuropa. Transdisziplinäre Annäherungen, Innsbruck–Wien–Bozen 2006 (Gedächtnis – Erinnerung – Identität 7), S. 297–306. - Positivismus und Machtpolitik. Ein wissenschaftliches Programm und dessen Transfer nach Österreich/Zentraleuropa. Zu einem Beispiel von Wissenstransfer, in: Helga Mitterbauer, Katharina Scherke (Hg.), Entgrenzte Räume. Kulturelle Transfers um 1900 und in der Gegenwart, Wien 2005 (Studien zur Moderne 22), S. 297–319. - Der Wissenschaftswandel in Österreich (1848–1938). Versuch einer kulturwissenschaftlichen Annäherung, in: Markus Arnold, Gert Dressel (Hg.), Wissenschaftskulturen – Experimentalkulturen – Gelehrtenkulturen, Wien 2004 (Kultur. Wissenschaften 08. 2), S. 53–68.