Musikwissenschaft im Kontext / Lexikographie

Orchester Kaufmann beim Balldienst Mitte der 1930er Jahre (mdw, Historische Sammlung des IATGM, Sig. M:G7)

Arbeitsgruppenleitung
Doz. Dr. Barbara Boisits

Diese Arbeitsgruppe untersucht vielfältige Erscheinungsformen von Kunst und Musik sowie die mit ihnen verbundenen Diskurse und Konstruktionen (u. a. von Identität und Gedächtnis), Kontinuitäten und Brüche in ihren ästhetischen, historischen, sozialen, wissenschaftsgeschichtlichen und topographischen Kontexten. Schwerpunkt bildet die Kunst- und Musikgeschichte Österreichs im 19. und 20. Jahrhundert. Grundlagen werden u. a. durch zwei lexikographische Vorhaben geschaffen.

Mit der Online-Version des Oesterreichischen Musiklexikons (oeml online) betreibt das IKM das älteste derartige Projekt in Österreich, das 2015 in das Biographie-Portal aufgenommen wurde. Die Arbeit des Lexikons und anderer Projekte wird durch die Online-Ressource Daten zur Erforschung der Musik in Österreich (DEMOS) unterstützt.

Das „Bruckner-Lexikon“ stellt die zweite, wesentlich erweiterte Neuauflage des „Bruckner-Handbuchs“ von 1996 dar.

Frühgeschichte der Musikwissenschaft versteht sich als Disziplingeschichte der österreichischen Musikwissenschaft mit Schwerpunktlegung auf institutionen‐, personen‐, wissenschaftsgeschichtliche sowie methodische Aspekte von den 1850er bis zu den 1950er Jahren.

Zwei drittmittelfinanzierte Projekte zu Eduard Hanslicks Vom Musikalisch-Schönen – Entstehung (OeNB-Jubiläumsfonds) sowie dynamische Aspekte von Text und Kontexten (FWF) – vertiefen das Vorgängerprojekt Hanslick im Kontext (FWF), welches die Genese der ästhethischen Ideen und ihre Abwandlung während der Editionsgeschichte (Auflagenentwicklung 1854–1902) zum Gegenstand hatte. Hanslicks Ideen werden so erstmals nicht idealtypisch und mit oft unklarem textlichem Bezug, sondern umfassend mit Blick auf diesen ‚dynamischen‘ Rahmen untersucht, der wesentliche Aufschlüsse über die Verzahnung von Text und Kontexten während des relevanten Zeitraums erlaubt.