Musikdarstellung und Symbolpolitik im öffentlichen Raum

„Die Lauschenden“ (1954/58) von Siegfried Charoux im Richard-Strauss-Hof, 1030 Wien (Foto © Björn R. Tammen, Wien)

Als Spielbälle staatlicher und städtischer, institutioneller wie privater Initiativen lassen die Komponistendenkmäler des 19. und 20. Jahrhunderts faszinierende Mechanismen einer auf Konstruktion kultureller Identität zielenden Symbolpolitik erkennen. Gleiches gilt, unter geänderten politischen und sozio-kulturellen Rahmenbedingungen, für die nach 1945 im öffentlichen Raum der Stadt Wien implementierten, auf die Propagierung dinglicher wie personalisierter Leitbilder setzenden Kunst am Bau-Objekte mit musikalischer Thematik. Selbige sind in großer Zahl an den Wiener Gemeindebauten, aber auch an staatlich geförderten Wiederaufbauprojekten zu finden. Vorarbeiten hierzu erfolgten 2007–2014 im Rahmen des Projekts Musik – Identität – Raum.

Inwieweit ein methodischer Ansatz, der Musikdarstellungen als Ausdruck von Repräsentationsbemühungen, Legitimationsstrategien und Identitätskonstruktionen begreift, darüber hinaus auch auf das Spätmittelalter und die Frühe Neuzeit übertragen werden kann, ist in Fallstudien exemplarisch zu sondieren.

Das Projekt leistet Grundlagenforschung zu einer Geschichte der Musik in Bildern speziell für den österreichisch-zentraleuropäischen Raum; zugleich versteht es sich als Beitrag zu einer Geschichte der Visualisierung von Musik in ihren spezifischen bildmedialen Gegebenheiten.