Barocke Deckenmalerei. The Research Group for Baroque Ceiling Painting in Central Europe

Ziel der 2005 in der ÖAW ins Leben gerufenen Plattform ist die Zusammenarbeit verschiedener europäischer Forschungseinrichtungen bei der Erforschung barocker Wand- und Deckenmalerei in Europa. Diese wird von den betreffenden Ländern jeweils mit eigenen Projekten und Unternehmungen getragen, die von Forschungsdokumentationen wie der Erstellung von Werkcorpora über Künstler- und Werkmonografien bis zu Fallstudien reichen.

Zentrales Arbeitsinstrument ist eine von der Tschechischen Akademie der Wissenschaften auf der Basis zahlreicher Fotokampagnen finanzierte Datenbank, die zum ersten Mal in der Geschichte der Erforschung der Wand- und Deckenmalerei damit begonnen hat, die entsprechenden Kunstwerke flächendeckend zu dokumentieren.

Carpoforo Tencalla, Stuckdecke mit Fresken im Festsaal von Schloss Trautenfels, 1670 (Foto: Martin Mádl, 2006)

Inhaltliche Grundlage ist jeweils die unter transnationalen Gesichtspunkten vorgenommene Untersuchung der künstlerischen und thematischen Aspekte der reichen malerischen Produktion des 17. und 18. Jahrhunderts, wobei Themenschwerpunkte wie Kunstaustausch, Epochenzäsuren, Auftraggeber, die Produktion im städtischen und sakralen Bereich sowie die vielfältigen inhaltlichen Dimensionen der Wand- und Deckenmalerei (Programme) bis zur Rezeption im Zentrum des Interesses stehen.

Mit der Übernahme der Präsidentschaft der Research Group durch Herbert Karner im Oktober 2016 ist die barocke Deckenmalerei als Forschungsfeld in noch stärkerem Maße an die Abteilung Kunstgeschichte des IKM gebunden. Als zentrales Medium der Herrschaftsrepräsentation im profanen wie im sakralen Bereich besitzt sie erhöhte Bedeutung für verschiedene, derzeit laufende Forschungsprojekte der Abteilung wie Herrscherrepräsentation unter Maria Theresia oder Herrscherrepräsentation in Städten.

Die „Research Group“ veranstaltet gemeinsame Tagungen, Symposien und gibt Publikationen heraus. Sie versteht sich als Netzwerk des ständigen wissenschaftlichen Austauschs mit dem Ziel, unterschiedliche methodische Gesichtspunkte unter Berücksichtigung einer gesteigerten Kenntnis des Denkmälerbestandes zusammenzuführen.

Die nächste Tagung unter dem Titel "Die barocken Pfarrkirchen und ihre Dekoration: Ein neues Feld der Forschung / Baroque Parish Churches and Their Decoration: A New Field of Research" findet von 23. bis 25. Oktober 2017 im Theatersaal der ÖAW in Wien statt.