Wiener Arbeitsstelle der Neuen Schubert-Ausgabe

Die seit 1980 an der ÖAW bestehende Wiener Arbeitsstelle der Neuen Schubert-Ausgabe wurde im Oktober 2006 der vormaligen Kommission für Musikforschung (jetzige Abteilung Musikwissenschaft des IKM) zugeordnet. Sie ist internationale Kooperationspartnerin eines langfristigen musikwissenschaftlichen Editionsunternehmens mit Sitz an der Universität Tübingen, dessen Ziel die wissenschaftlich-kritische Herausgabe aller Werke Franz Schuberts ist.

Auf Grundlage aller zur Verfügung stehenden Quellen und der neuesten Forschungsergebnisse ist die Neue Schubert-Ausgabe dabei bemüht, dem spezifischen Charakter des Schubert'schen Werkverständnisses gerecht zu werden. Dazu gehören etwa die gleichberechtigt nebeneinander stehenden Fassungen eines Werkes sowie die Verdeutlichung der bisweilen zahlreichen Varianten. Die insgesamt 84 geplanten Bände der Neuen Schubert-Ausgabe sind nach Gattungen in acht Serien gegliedert und schließen ein Werkverzeichnis, Dokumente zur Biographie und Quellenstudien mit ein. Jeder Band nennt im Anhang die wichtigsten Quellen und Lesarten und wird durch einen separaten Kritischen Bericht ergänzt. Auf diese Weise wird bei aller philologischen Komplexität ein Notentext erstellt, der auch der musikalischen Praxis dienen möchte. Die Noten- und Dokumentenbände der Neuen Schubert-Ausgabe erscheinen im Bärenreiter-Verlag, Kassel.

Die Wiener Arbeitsstelle betreibt Quellenrecherchen, die Edition eigener Bände sowie die Redaktion von Bänden anderer MitarbeiterInnen. Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit werden Informationsveranstaltungen (Vorträge, Präsentationen und Gesprächskonzerte) durchgeführt; hinzu kommt die wissenschaftliche Beratung von KünstlerInnen und Festivals. Seit 2012 betreut die Arbeitsstelle mit der Datenbank www.schubert-online.at zudem die weltweit größte digitale Sammlung von Schubert-Autographen sowie Erst- und Frühdrucken.