Corpus Vitrearum – Medieval and Modern Stained Glass in Austria

Das Projekt zu mittelalterlicher und moderner Glasmalerei in Österreich ist eines von acht Projekten, die im Rahmen des New Frontiers Research Groups Programme an der ÖAW bewilligt wurden. Ziel des Projektes ist es, die seit vielen Jahren an der ÖAW verankerte Bearbeitung der mittelalterlichen Glasmalereien Österreichs fortzusetzen und um die Dokumentation der Glasgemälde nach 1800 auszuweiten. Im Mittelpunkt der Forschung stehen ausgewählte Hauptwerke dieser Zeitepoche (etwa die Franzensburg in Laxenburg, St. Filippen ob Sonnegg, die Pfarrkirche Wien-Breitensee u. a.), die mit drei wesentlichen Schwerpunkten behandelt werden:

- Erstmalige Erschließung dieser bislang weitgehend unbeachteten Werke für die Kunstgeschichtsforschung,
- geisteswissenschaftliche Einbettung der ausgewählten Werke (in künstlerischer, politischer, theologischer und technologiegeschichtlicher Hinsicht)
- Erarbeitung von Richtlinien sowie neuer (digitaler) Publikationsmöglichkeiten dieser Bestände.

Die Ergebnisse sollen nach Projektabschluss in gedruckter Form und/oder online publiziert werden.

Gottlob Samuel Mohn, Verleihung des Leopoldsordens durch Kaiser Franz I., Laxenburg, Franzensburg, Luisenzimmer, 1824 (Foto: Bundesdenkmalamt Wien, Bettina Neubauer-Pregl)

Das Projekt stellt eine innovative Forschungsinitiative auf europäischer Ebene dar und reagiert damit auf aktuelle Entwicklungen innerhalb des „Internationalen Corpus Vitrearum Medii Aevi“ (CVMA). Dieses wissenschaftliche Unternehmen zur Erforschung und Publikation der weitgehend unbekannten und in der Literatur wenig berücksichtigten mittelalterlichen Glasmalerei wurde 1952 unter österreichischer Beteiligung gegründet und war das erste Forschungsunternehmen der Kunstgeschichte auf internationaler Basis.

Tiroler Glasmalereianstalt, Heilige Drei Könige, Schmirn, Wallfahrtskapelle zur Kalten Herberge, 1856 (Foto: Bundesdenkmalamt Wien, Bettina Neubauer-Pregl)

Das Österreichische Nationalkomitee stellte auf der 26., an der ÖAW in Wien abgehaltenen Tagung im September 2012 den Antrag, die wissenschaftliche Arbeit des Corpus Vitrearum auf internationaler Ebene auf Glasmalereibstände nach 1800 auszuweiten. In der Folge wurde seit 2014 in allen interessierten Mitgliedsländern an verbindlichen Richtlinien zu der Erfassung und Publikation dieser Werke gearbeitet. Auf der 28. internationalen Tagung in Troyes im Juli 2016 wurden die Richtlinien für die Erforschung und Edition von Glasmalereien nach 1800 verabschiedet.