Wiener Arbeitsstelle der Anton Webern-Gesamtausgabe

Anton Webern, FotografIn unbekannt, 7. Oktober 1940 (Paul Sacher Stiftung / Basel, Sammlung Anton Webern)

Die seit 1. Oktober 2008 besetzte Arbeitsstelle versteht sich als internationale Kooperationspartnerin des langfristig angelegten musikwissenschaftlichen Editionsunternehmens der historisch-kritischen Herausgabe des Gesamtwerks Anton Weberns. Unter der Leitung von Prof. Dr. Matthias Schmidt, Dr. Thomas Ahrend und Dr. Simon Obert wird diese derzeit an der Universität Basel in enger Zusammenarbeit mit der Paul Sacher Stiftung, die den größten Teil des Webern-Nachlasses beherbergt, vorbereitet. Erscheinen wird die Gesamtausgabe bei der Universal Edition, Wien.

Die Errichtung einer Wiener Arbeitsstelle, die vor Ort Quellenrecherchen zur Unterstützung der Werkausgabe betreibt, liegt nahe: Anton Webern, einer der prägendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, wurde in Wien geboren, studierte an der Universität Wien Musikwissenschaft und verbrachte den Großteil seines Lebens im Umkreis dieser Stadt. Neben wichtigen musikbezogenen Quellen zu Weberns Werk, die sich in Wiener Bibliotheken und Archiven befinden, sind die nur in Wien so umfassend anzutreffenden Quellen zum kulturgeschichtlichen Kontext des Webernschen Œuvres besonders aufschlussreich. Die Schwerpunkte der Wiener Arbeitsstelle der Webern Gesamtausgabe liegen daher in der Recherche von Dokumenten zur Werkgeschichte, Rezeption und zum historischen Kontext. Als Ausgangspunkt für die kontextuelle Erarbeitung der Lebenswelt Anton Weberns wurde seine frühe Wiener Zeit gewählt.

Im Mittelpunkt eines Teilprojektes, das auf drei Jahre angelegt ist und von der Ernst von Siemens Musikstiftung unterstützt wird, steht die kritische Edition und Kommentierung des Dokumentenverkehrs zwischen Webern und seinem Wiener Verlag Universal Edition.
Die Publikation im Rahmen der projektbegleitenden Schriftenreihe ist nicht nur für die Webern-Forschung von besonderer Relevanz, sondern sie bietet darüber hinaus interessante Einblicke in die Verlagsgeschichte und stellt somit zentrale Quellen der Musikgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts einer interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung.