Gesamtausgaben, Editionen und Quellendokumentation

Franz Schubert, "Im Freien" (D 880, op. 80/3) nach einem Text von Johann Gabriel Seidl. Autograph der ersten Niederschrift, Blatt 1 verso (32 cm x 25 cm) in einem Manuskript mit ursprünglich vier Liedern, deren erstes die Datierung: "März 1826" zeigt (Musiksammlung der Wienbibliothek im Rathaus, MH 104/c). Dieses Lied wurde am 6. Mai 1827 durch den Tenor Ludwig Tietze und Schubert am Klavier im großen Universitätssaal (heute: Festsaal der ÖAW) uraufgeführt.

Arbeitsgruppenleitung
Dr. Alexander Rausch

Diese Arbeitsgruppe vereint ein so im nationalen wie internationalen Kontext singuläres Bündel überwiegend musikwissenschaftlicher Projekte der Edition und Quellendokumentation. Die Wiener Arbeitsstellen zu Franz Schubert, Johannes Brahms und Anton Webern dienen der Umsetzung weltweit einzigartiger kritischer Gesamt­ausgaben mit Kooperationspartnern in Deutschland und der Schweiz; ausschließlich national gefördert wird die Werkausgabe von Johann Joseph Fux. Alle vier Gesamtausgaben zeichnen sich durch Musikphilologie auf höchstem Niveau, kontinuierlichen Output und internationale Zusammenarbeit aus. Drei (Fux, Schubert, Brahms) werden als Langzeitprojekte geführt.

Den Komponistenausgaben stehen jeweils spezielle Quellendatenbanken zur Verfügung. Hervorzuheben ist Schubert online, die weltweit größte Sammlung von Schubert-Autographen sowie Erst- und Frühdrucken im Internet (siehe www.schubert-online.at).

Die Datenbank RISM-Oberösterreich katalogisiert die Musikhandschriften und -drucke v. a. des 18./19. Jahrhunderts in einer für die Musikgeschichte Zentraleuropas bedeutenden Region. Das Répertoire International des Sources Musicales (RISM) stellt das größte Quellenprojekt der Musikwissenschaft dar und ist über die Zentralredaktion in Frankfurt a. M. international und national vernetzt (siehe https://opac.rism.info).

Die CD-Reihe Klingende Forschung – Konzertdokumentationen verdankt sich einer Kooperation der Abteilung Musikwissenschaft und des Phonogrammarchivs der ÖAW und dokumentiert vor allem Ur- und Erst­aufführungen von bislang vernachlässigten Werken, Werkfassungen und Fragmenten.

Das kunsthistorische NFG-Projekt Corpus Vitrearum – Medieval and Modern Stained Glass in Austria (Leitung: Christina Wais-Wolf) läuft seit März 2015. Es sieht auf Grundlage des internationalen Forschungsunternehmens Corpus Vitrearum Medii Aevi (CVMA) neben der Bearbeitung der österreichischen Glasmalereibestände des Mittelalters eine inhaltliche Ausweitung der Glasmalerei nach 1800 vor. An der Ausarbeitung der Richtlinien für die Glasmalerei-Forschung nach 1800 sowie am internationalen Datenbank-Komitee des CVMA wird teilgenommen. Die Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt und seinen Restaurierwerk­stätten ermöglicht die einzigartige Zusammenführung von kunstwissenschaftlicher Grundlagen­forschung und restauratorischer Betreuung und Technologie.