Schloss Schönbrunn. Bau- und Funktionsgeschichte der kaiserlichen Sommerresidenz vor den Toren von Wien

In enger Zusammenarbeit mit der wissenschaftlichen Abteilung der Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft (SKB) erfolgt eine Bestandserhebung aller relevanten Bild- und Schriftquellen zur baulichen Entwicklung des Schlossareals und der Funktionsgeschichte von Schönbrunn vom späten 17. Jahrhundert bis heute, um auf dieser Basis eine wissenschaftliche Publikation zu der habsburgischen Sommerresidenz vor den Toren von Wien vorzulegen (hg. von Elfriede Iby und Anna Mader-Kratky). Als wichtige Grundlage weiterführender Forschungen dienen umfangreiche Vorarbeiten der wissenschaftlichen Abteilung der SKB: Nach einer Sichtung des vorhandenen Materials werden nun weitere relevante Quellenbestände erhoben und ausgewertet. Die Textierung der Beiträge erfolgt auf der Grundlage historischer Quellen sowie unter der besonderen Berücksichtigung von Ergebnissen aus Baubefundungen und Restaurierungen, die unter der Ägide der SKB seit den 1990er Jahren laufend durchgeführt werden.

Die geplante Publikation zur Bau- und Funktionsgeschichte von Schloss Schönbrunn umfasst den Zeitraum des späten 17. Jahrhunderts bis heute: Sie setzt mit der Errichtung Schönbrunns als königliches Jagd- und Lustschloss mit entsprechenden Gartenanlagen in den 1690er Jahren ein, wobei auch Fragen von Raum und Zeremoniell und der damaligen, nur in geringen Teilen erhaltenen Ausstattung des Schlosses das Augenmerk geschenkt wird.

Einen Schwerpunkt der Publikation stellt der großzügige Ausbau von Schloss Schönbrunn zur maria-theresianischen Sommerresidenz dar, der in zwei Bau- und Ausstattungsetappen (1743–1749 bzw. 1754–1765) erfolgte. Die Innenräume des Schlosses erhielten eine überaus exquisite Ausstattung (Große und Kleine Galerie, Vieux Laque-Zimmer, Ostasiatische Kabinette etc.), und auch der Schlosspark wurde in das Konzept einbezogen. Seine Ausgestaltung mit aufwendigen Parkbauten und umfassendem Statuenprogramm in den 1770er Jahren ist als finales Probierfeld habsburgischer Repräsentation barocker Prägung zu werten.

Nach dem Tod Maria Theresias (1780) blieb das Schloss weitgehend unbewohnt, bis es Kaiser Franz II./I. zu Beginn des 19. Jahrhunderts wieder als Sommerresidenz wählte und in den späten 1810er Jahren Umbauarbeiten initiierte. Hofarchitekt Johann Aman schlug eine Neugestaltung im klassizistischen Zeitgeschmack vor, der u. a. der Rokoko-Fassadendekor zum Opfer fiel; auch die später als „Schönbrunner Gelb“ bezeichnete Färbung der Fronten des Schlosses scheint auf diese Bauphase zurückzugehen. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden die Innenräume immer wieder im Stil der Zeit neu ausgestattet und modernisiert, um dem gängigen Wohnkomfort zu entsprechen. Mit Ende der Monarchie 1918 stellte sich die Frage einer „Nachnutzung“ der weitläufigen Schlossanlage, die künftig sowohl museal genutzt wurde als auch unterschiedliche Institutionen sowie Wohnungen für Privatpersonen beherbergte.