Social Impact von Gemeinschaftseigentum in den Alpen

Finanzierung: FWF, EGTC Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino, Interregionales Projektnetzwerk (IPN), 3. Aufruf
Förderfähige Gesamtkosten: € 238.220,70; IGF: € 76.772,70

Laufzeit: Okt. 2019–Sept. 2021

Lead-Partner: Universität Trient, Department für für Wirtschaft und Management, Ericka Costa

Projektleitung (IGF): Oliver Bender

Projektteam (IGF): Andreas Haller, Armin Kratzer

Ziel des S.I.C.O. Projekts ist, die sozialen und ökologischen Auswirkungen von Kollektiveigentum in den Alpengebieten des EVTZ (Europäischer Verbund für territoriale Zusammenarbeit) Trentino, Südtirol und Tirol zu untersuchen. Diese Eigentümergemeinschaften verwalten in verschiedenen Alpengebieten und Ländern sowohl Wald- als auch Weideflächen. Sie bieten den Eigentümern und Gemeinden Dienstleistungen an und erhalten gleichzeitig die Umwelt.

Das Kollektiveigentum war schon immer gemeinnützig und basierte auf einem Gefühl der Zugehörigkeit und gegenseitiger Hilfe. Die diversen Formen der Eigentümerorganisationen ermöglichen den Berglandwirten, Miteigentümer des Landes zu sein, das sie bewirtschaften, und helfen den Bewohnern der Berggebiete, das Territorium und andere während ihres teilweise jahrhundertelangen Bestehens angelegte Vermögenswerte zu verwalten. In den letzten Jahren sind jedoch einige Probleme hinsichtlich der Identität und Legitimität dieser Institutionen aufgetreten. Das Zugehörigkeitsgefühl, welches das kollektive Eigentum in den Alpen kennzeichnet, scheint allmählich nachzulassen, was zu Problemen hinsichtlich der Umweltwirkungen und der Akzeptanz führt.

Das Projekt S.I.C.O. zielt darauf ab, die sozialen und ökologischen Auswirkungen des Kollektiveigentums zu messen, um dessen aktuellen Einfluss auf die lokalen Gemeinschaften zu verstehen. Der Social Impact kann auf vielfältige Weise definiert werden. Wir lehnen uns an etablierte Literatur in den Bereichen Leistungsmessung (Arena et al. 2015) und Programmevaluierung (Chen 2005; Patton 1986) an, um soziale Auswirkungen als eine Folge von Ergebnissen zu bezeichnen, in der organisatorische Inputs und Aktivitäten zu einer Reihe von Outputs, Outcomes und letztlich zu einer Reihe von gesellschaftlichen Auswirkungen führen (Ebrahim & Rangan 2010).

Das Innovative des Projekts besteht darin, die zukünftige Rolle der alpinen Kollektiveigentümer sowie ihrer sozialen und ökologischen Wirkungen aufzuzeigen. Mit Messung ihres Social and Ecological Impact wird ihre gesellschaftliche Bedeutung evaluiert, ihre Tätigkeit in ihren jeweiligen Gebieten legitimiert und damit ihr zukünftiges Überleben sichergestellt. Frühere Studien haben bereits die sozialen Auswirkungen anderer gemeinnütziger Organisationen untersucht, aber kollektive Eigentumsverhältnisse wurden aus dieser Perspektive noch nie erforscht.

Aus epistemischer Sicht stützt sich das Projekt auf einen induktiven Ansatz, der verschiedene Methoden (Interviews, Umfragen und Inhaltsanalysen) beinhaltet. Das Social and Ecological ImpactAssessment stellt einen grundlegenden Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Entwicklung dar, indem es ermöglicht, die Tätigkeit der Eigentümergemeinschaften umfassender zu bewerten und deren Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft insgesamt zu berücksichtigen.