Lichtverschmutzung durch Satelliten

Stellungnahme der Kommission für Astronomie
der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Juni 2019

 

Mit Besorgnis nehmen wir Kenntnis von Plänen, während der nächsten Jahre zehntausende von Kommunikationssatelliten in erdnahe Umlaufbahnen zu bringen. Im Vollausbau würde das dazu führen, dass man, auch mit dem blossen Auge, mehr Satelliten am Nachthimmel sehen würde als Sterne. Eine erste Gruppe von 60 Satelliten wurde vor kurzem gestartet.

Über den soziologisch-kulturellen Aspekt hinaus würde das eine direkte Auswirkung auf astronomische Beobachtungen haben. Organisationen wie die Internationale Astronomische Union und die American Astronomical Society sind dabei, die Auswirkungen auf den optischen und auf den Radiobereich zu analysieren.

Es liegt auf der Hand, dass bei einer derart grossen Zahl von Satelliten ein erhebliches Kollisionsrisiko besteht. Das kann zu einem potentiell katastrophalen Kaskadeneffekt führen.

Ein derart drastischer Eingriff verlangt nach internationalem Konsens. Wir ersuchen die ständige Vertretung Österreichs bei den Vereinten Nationen in Wien, das Thema während der Konferenz des Komitees für die friedliche Nutzung des Weltraums (COPUOS) anzusprechen und auf eine konsensuale Lösung des Problems hinzuarbeiten.

 

gez.
Alves, J., k.M. (Obmann der Kommission)
Köberl, C., w.M. (Stv. Obmann der Kommission)