I.

Völker
im
Werden

WittgensteinProjekt 2005-2010

 

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Viele Völker Europas sind im 1. Jahrtausend nach Christus entstanden. Die Suche nach ihren Ursprüngen führte lange zu ideologisch verzerrten Ergebnissen. Erst heute kann die frühmittelalterliche Entwicklung ethnischer Identitäten in ihrer ganzen Vielfalt erforscht werden. Das Mittelalter bietet einzigartige Möglichkeiten, langfristige ethnische Prozesse auf Grund beträchtlicher schriftlicher und materieller Quellen zu untersuchen und damit zum Verständnis ethnischer Probleme überhaupt beizutragen.

 

Diese Prozesse sollen in einer Reihe von Fallstudien behandelt werden:

 
 

 

Die Langobarden
Bearbeiter: Walter Pohl, Ziel: Monographie

Am Fall der Langobarden soll die ganze Geschichte von Wanderungen, Identitätsbildung, Integration im spätantiken Italien, von Aufbau und Niedergang eines Königreiches dargestellt werden. Zugleich zielt das Buch auf die Sinngeschichte eine Volkes und seiner Herrschaft.

 

The Avars
Bearbeiter: Walter Pohl

Das Buch von Walter Pohl „Die Awaren – Ein Steppenvolk in Europa“ wurde 1989 veröffentlicht. Nun erscheint auch eine englische Übersetzung. Zu dieser Gelegenheit wird der Band gründlich überarbeitet und gestrafft, um diese grundlegende Arbeit über die Geschichte Mitteleuropas im Frühmittelalter zu aktualisieren und einem neuen Leserkreis zu erschließen.

 

Die Franken
Bearbeiter: Helmut Reimitz, Ziel: Monographie

Die fränkischen Königreiche des frühen Mittelalters stellten eine wichtige Stufe in dem langen Prozeß der Herausbildung ethnischer Identitäten in Europa dar. Sie waren jenes frühmittelalterliche Volk, das am erfolgreichsten seine Herrschaft auf dem Boden des ehemaligen römischen Imperiums mit einer dauerhaften Reichsgründung zu verbinden verstand. Aus Teilen und Teilungen eben dieses frühmittelalterlichen fränkischen Reiches entwickelten sich später Frankreich und Deutschland, aber auch andere moderne europäische Nationen sind letztlich aus dieser fränkischen Erfahrung entstanden.

Anhand vorwiegend historiographischer Texte zur Geschichte der Franken werden in dem Projekt wechselnde Wahrnehmungen und Auffassungen von Identität in den fränkischen Königreichen, ihrer Affirmation und Abgrenzung, analysiert. Dazu werden nicht nur die historiographischen Werke untersucht, sondern ebenso auch ihre handschriftliche Überlieferung mit ihren Umgestaltungen und Neuarrangements der Texte. In ihrer Vielfalt lassen sich die zahlreichen Bemühungen um die Deutung und Bedeutung des Frankennamens auch als Prozeß beobachten, in dem die Auffassung und die soziale Rolle ethnischer Identität im nachrömischen Europa entscheidend geprägt wurden.

 

Die Vandalen  (FWF-Projekt)
Bearbeiter: Roland Steinacher, Ziel: Monographie

Das bereits zwei Jahre laufende FWF-Projekt ‚Historische Ethnographie der Vandalen’ soll im Zusammenhang mit dem Wittgenstein-Projekt weitergeführt werden und zu einer gültigen Überblicksdarstellung der vandalischen Geschichte führen. Gerade durch ihre Reichsbildung in der reichen Provinz Africa am Übergang von Antike und Mittelalter sind die Vandalen ein interessanter Testfall für Möglichkeiten und Grenzen der Herrschaft eines ethnischen Verbandes.

Vandalenbibliographie

 

Die kroatische wanderung zwischen geschichte und legende
Bearbeiter: Francesco Borri, Ziel: Monographie

Die Geschichte des kroatischen Mittelalters ist eng mit der Idee einer Wanderung verbunden. Die historischen Spuren einer solchen postulierten kroatischen Migration sind allerdings sehr „dünn". Unsere Quellen sind in Vielem schwierig zu deuten, denn die in den Texten enthaltenen phantastischen Elemente erschweren eine Interpretation. Die Geschichte eines wichtigen europäischen und mediterranen Landes wurde daher weitgehend ignoriert.

Ziel dieses Projekts ist daher eine zeitgemäße Monographie zur dalmatinischen und kroatischen Geschichte bis ins 11. Jahrhundert. Dieses Werk wird 2011 publiziert. Nicht woher die Kroaten kamen wird dabei gefragt. Wie entstand ein kroatisches Fürstentum, und wie bildete sich dabei kroatische Identität heraus? Damit wird dieser Prozess als Teil der Geschichte des Balkans und des Mittelmeerraums lesbar.

 

 

Die Reiche der Völkerwanderungszeit  
Bearbeiter: Helmut Reimitz  gemeinsam mit dem Wittgenstein-Team, Ziel: Monographie in der Reihe „Oldenbourg Grundriss der Geschichte“

Die Ergebnisse des Wittgenstein-Projektes sollen in eine, vor allem für Studenten gedachte, einführende Überblicksdarstellung der Geschichte und Problematik der Völkerwanderungszeit, einfließen.