Letzte Änderung am: 07.06.11

 regesta imperii

Institut für Mittelalterforschung  rot.gif (71 Byte)  Österreichische Akademie der Wissenschaften  rot.gif (71 Byte)  +43-(0)1-51581Top
Arbeitsgruppenleitung: Dr. Karel Jan Hruza  rot.gif (71 Byte)  DW 7220 rot.gif (71 Byte)  Email:Karel.Hruza@oeaw.ac.at


 

Geschichte der Regesta Imperii

Die Regesta Imperii sind untrennbar mit dem Namen ihres Begründers Johann Friedrich Böhmer (1795-1863, Stadtbibliothekar und Archivar in Frankfurt/Main) verbunden, der als Mitarbeiter der Monumenta Germaniae Historica (MGH) 1829 mit der Erstellung und 1831 mit der Publikation von Urkundenregesten römisch-deutscher Kaiser und Könige begann. Was zunächst nur als Vorarbeit zu der Edition vollständiger Urkundentexte durch die MGH gedacht war, entwickelte sich zu einem eigenständigen Unternehmen mit dem Konzept, eine genaue Wiedergabe von Urkunden und chronikalischen Quellen in Regestenform als Grundlagenwerk für die Geschichtsforschung zu publizieren. Zusammen mit den Urkundeneditionen der MGH und den Jahrbüchern der Deutschen Geschichte bilden die Regesta Imperii ein unentbehrliches und weithin anerkanntes Grundgerüst für die Erforschung des mittelalterlichen römisch-deutschen Reiches.

Für das seit 1906 an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften angesiedelte Unternehmen Regesta Imperii wurde 1931 die "Kommission für die Neubearbeitung der Regesta Imperii" gegründet, zu welcher als Partnerunternehmen 1967 die Deutsche Kommission für die Bearbeitung Regesta Imperii hinzukam. Beide Sektionen der Regesta Imperii sind etablierte, von den Akademien getragene Langzeitvorhaben. Die Bedeutung und Qualität der Regesta Imperii spiegelt sich auch in ihren Mitarbeitern wider. Zu den Historikern, die Beiträge geliefert oder administrative Funktionen innegehabt haben, gehören Julius Ficker, Alfons Huber, Emil Ottenthal, Engelbert Mühlbacher, Eduard Winkelmann, Oswald Redlich, Vinzenz Samanek, Hans Hirsch, Leo Santifaller und viele andere mehr.

Vgl.: Leo Santifaller: Bericht über die Regesta Imperii, in: Anzeiger der phil.-hist. Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 106. Jg. 1969; Paul-Joachim Heinig: Der gegenwärtige Stand der Regesta Imperii, in: Diplomatische und chronologische Studien aus der Arbeit an den Regesta Imperii, hg. v. dems. (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters – Beihefte zu F.J. Böhmer, Regesta Imperii, Bd. 8, Köln-Wien 1991); Christine Ottner : Joseph Chmel und Johann Friedrich Böhmer. Die Anfänge der Regesta Imperii im Spannungsfeld von Freundschaft und Wissenschaft, in: Wege zur Urkunde – Wege der Urkunde – Wege der Forschung. Beiträge zur europäischen Diplomatik des Mittelalters, hg. von Karel Hruza und Paul Herold (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters. Beihefte zu J.F. Böhmer, Regesta Imperii, Bd. 24, Wien-Köln-Weimar 2004); Jan Paul Niederkorn : Julius von Ficker und die Fortführung der Regesta Imperii vom Tod Johann Friedrich Böhmers (1863) bis zu ihrer Übernahme durch die Kaiserliche Akademie der Wissenschaften in Wien (1906), in: Wege zur Urkunde – Wege der Urkunde – Wege der Forschung.

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Deutsche Kommission für die Bearbeitung der Regesta Imperii e.V.,
bei der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz
Geschwister-Scholl-Straße 2 • D-55131 Mainz • Tel.: +49-(0)6131-577 210
regimpmz@mail.uni-mainz.de

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Aufgaben:

Ein Regest fasst den wesentlichen Inhalt einer Urkunde oder chronikalischen Nachricht über ein historisches Ereignis in leicht verständlicher Form zusammen. Regesten ermöglichen in chronologischer Reihung eine vollständige Präsentation der mit dem Wirken eines Kaisers, Königs oder Papstes und mit der Reichsregierung verbundenen historischen Ereignisse. Ausführliche Angaben zu Überlieferung, Edition und Forschungsstand der bearbeiteten Quelle bzw. zu ihrem Inhalt liefern zudem die nötigen Informationen zur weitergehender Forschung. Moderne Regesten tendieren dahin, sämtliche Inhalte, aber auch vermehrt äußere Merkmale der Quelle soweit darzubieten, dass Forscher aus verschiedenen Arbeitsbereichen mit dem Regest ihr Auskommen finden, ohne auf das Original zurückgreifen zu müssen. Das bedeutet aber, dass die Bearbeiter zumindest beim urkundlichen Material größtenteils mit den Originalen oder deren kopialer Überlieferung arbeiten. Der Bearbeitung geht selbstverständlich das Suchen nach den entsprechenden Quellen in Archiven voraus.

Beispiele für Regesten

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Publikationen:

Die Publikationen der Regesta Imperii erscheinen im Böhlau Verlag GmbH, Sachsenplatz 4-6, A-1201 Wien (Internet: http://www.boehlau.at)  und Theodor Heuss-Strasse 76, D-51149 Köln 

Vgl. auch Paul-Joachim Heinig: Der gegenwärtige Stand der Regesta Imperii, in: Diplomatische und chronologische Studien aus der Arbeit an den Regesta Imperii [Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters – Beihefte zu F.J. Böhmer, Regesta Imperii, Bd. 8], hg. v. P. J. Heinig, Köln – Wien 1991)

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Propaganda, Kommunikation und Öffentlichkeit (11.-16. Jahrhundert)
Karel Hruza, (Hg.), Wien 2003

Die in den letzten Jahren gestiegene Bedeutung der Medien hat zu einer verstärkten Erforschung von Kommunikation und Öffentlichkeit vergangener Epochen geführt. Dabei wurde offensichtlich, wie wichtig die Kenntnis von Kommunikationsmitteln und -praktiken für das Verständnis des Funktionierens vorparlamentarischer mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Herrschaftssysteme ist. Die Beiträge erfassen den Raum der heutigen Länder Österreich, Deutschland, Schweiz, Tschechien und Italien in einem chronologischen und thematischen Querschnitt der Zeit vom 11. bis zum 16. Jahrhundert. Sie zeigen auf, wie und zwischen welchen gesellschaftlichen Gruppen Propaganda stattfand, welche die kontextuellen politisch-sozialen Kommunikationssituationen waren und vor allem welcher „Medien" sich die damaligen Propagandisten bedient haben. Die Autoren zeigen auf, daß Propagandaschriftgut bereits seit dem Mittelalter in der „öffentlichen" und „privaten" Sphäre zum Einsatz kam; dementsprechend bewegen sich die von der damaligen Propaganda transportierten Themen zwischen privaten rechtlichen Problemen bis zu staatsrechtlichen und politischen Angelegenheiten ganzer Herrschaften und Länder.

Inhalt:

Vorwort

Einleitung

I Kirche und Propaganda (11.-14. Jahrhundert)

Monika Suchan, Publizistik im Zeitalter Heinrichs IV. –

Anfänge päpstlicher und kaiserlicher Propaganda im „Investiturstreit"?

Heike Johanna Mierau, Exkommunikation und Macht der Öffentlichkeit: Gerüchte im Kampf zwischen Friedrich II. und der Kurie

Matthias Kaup, Prophetie als Propagandamedium.

Zu Funktion und Methode der Produktion und Exegese prophetischer Texte am Beispiel der Joachiten

Christoph Egger, Päpstliche Wahldekrete und Wahlanzeigen – Formen mittelalterlicher Propaganda?

II Propaganda und Hussitische Revolution

Karel Hruza, Audite, celi! Ein satirischer hussitischer Propagandatext gegen König Sigismund

Birgit Studt, ... den boesen unglauben gantz vertilgen? Zur Verknüpfung der causa fidei und der causa reformationis in der antihussitischen Propaganda von Papsttum und Konzil

III Besondere Formen von Propagandaschriftgut

Paul Herold, Teufelsbriefe als Instrument mittelalterlicher „höllischer" Propaganda.

Ein Beitrag zu den erfundenen Briefen des Mittelalters.

Matthias Lentz, Rechtsstreit, Kommunikation und Öffentlichkeit im späten Mittelalter.

Das Beispiel der Schmähbriefe und Schandbilder

IV Formen von Propaganda im Übergang zur Neuzeit

Jürgen Römer, Wilhelm Tell, Habsburg und die Eidgenossen.

Propaganda im Kontext eidgenössischer Politik um 1500

Manfred Hollegger, Erwachen vnd aufsten als ein starcker stryter.

Zu Formen und Inhalt der Propaganda Maximilians I.

Christina Lutter, „An das Volk von Venedig!" Propaganda Maximilians I. in Venedig

Arno Strohmeyer, Propaganda durch Geschichte? Die Verbreitung des Geschichtsbildes der Stände in den innerösterreichischen Ländern im Zeitalter der Konfessionalisierung

Abkürzungsverzeichnis
 

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Wege zur Urkunde – Wege der Urkunde – Wege der Forschung. Beiträge zur europäischen Diplomatik des Mittelalters, hg. von Karel Hruza und Paul Herold (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters. Beihefte zu J.F. Böhmer, Regesta Imperii, Bd. 24, Wien-Köln-Weimar 2004.

Der Band versammelt die Referate einer in Wien veranstalteten Tagung mit vorwiegend jüngeren ReferentIinnen aus Österreich, Deutschland, Schweiz und der Tschechischen Republik. Thema ist die Erforschung der Genese, Verwendung und Wirkung mittelalterlicher Urkunden (und Briefe) unter den paradigmatischen Leitbegriffen „pragmatische Schriftlichkeit“ und „Verschriftlichung“. Im Mittelpunkt stehen die Einbettung von Urkunden in damalige mündliche und schriftliche Diskurse und die eingeschlagenen Kommunikationswege, die Erfassung von Textstrategien, die Materialität und der symbolische Wert von Urkunden sowie die Struktur damaliger Verwaltungsorgane. Dabei wird versucht, über eine rechts- und verfassungsgeschichtliche Urkundeninterpretation hinaus eine „histoire totale“ von Urkunden anzuregen und der gesellschaftlichen Dimension der Schriftlichkeit näher zukommen. Die Beiträge erfassen die Zeit vom 9. bis zum 15. Jh. und den Raum von Holland bis Italien und von Frankreich bis zur Slowakei. Die AutorInnen zeigen, dass bereits im 9. und 11. Jh. konkrete Wünsche und Gedanken des Herrschers in den Text seiner Urkunden integriert wurden (Scharer); dass bei einer Urkundenfälschung im 12. Jh. der Verfasser ein breites historisches Wissen anwandte und mit Fiktion vermischte, um zu der erwünschten Textstrategie zu gelangen (Köhler); wie die Untersuchung des historischen Kontexts einer Urkunde des 13. Jhs. hilft, einen damaligen Schreibfehler richtig zu stellen (Wihoda); dass die Bedeutung der Empfänger und der Inhalt die Form der Expedition eines päpstlichen Briefes bestimmte und welche Gewohnheiten hierbei in der päpstlichen Kanzlei im 12. und 13. Jh. erkennbar sind (Egger); wie in einer Stadt Beurkundungsstellen konkurrierten und vom 13. bis zum 15. Jh. einem Bedeutungswandel unterlagen, bis schließlich die Stadtverwaltung die primäre Verschriftlichungsstelle für die Bürger wurde (Šedivý); welchen symbolischen Wert die Ausstellung und der Besitz von inhaltlich eher unwichtigen Königsurkunden für den Empfänger im 15. Jh. besaß (Brun); wie differenziert die herzogliche Verwaltung in Burgund bei der Ausstellung von Urkunden des Herzogs arbeitete, der bei ihrer Ausfertigung an einem weit entfernten Ort weilen konnte (Dünnebeil); wie mit der Vereinbarung des Ausstellungstermins von Königsurkunden deren dispositiver Inhalt bereits im vorhinein verwirklicht wurde und welchen Einfluss Empfänger im 14. Jh. auf den Urkundentext nahmen (Hruza); welche Wege der Kommunikation beschritten wurden, um im 15. Jh. Mandate und Verordnungen zu den Adressaten gelangen zu lassen (Von Seggern). In zwei wissenschaftsgeschichtlichen Beiträgen setzen sich die Autoren mit dem Begriff „Privaturkunde“ (Herold) und mit dem Werdegang des Unternehmens „Regesta Imperii“ von 1863 bis 1906 auseinander (Niederkorn). Der Band beweist, dass die selbständige Erforschung der Quellengattung „Urkunde“ im Rahmen der „pragmatischen Schriftlichkeit“ und „Verschriftlichung“ neue wertvolle Ergebnisse liefert, die auch der klassischen Diplomatik zugute kommen.

The book contains contributions of a workshop that was held in Vienna with mostly younger scolars from Austria , Germany , Switzerland and the Czeck Republik. Research on the genesis, using and effect of medieval charters under the paradigm of literacy forms the subject, and the use of charters in oral and writen discourses, the ways of communication, strategies of the texts, material aspects and the symbolic value of charters are in the centre of the contributions as well as the structure of medieval administrative authorities. The authors attempt to stimulate a “histoire total” of charters and to bring nearer the social dimension of literacy. Their contributions cover the time from the 9 th to the 15 th century and the area from the Netherlands to Italy and from France to Slovakia . The authors show, that already in the 9 th and 11 th century wishes and thoughts of the ruler were integrated in the text of his charter (Scharer); how a forger in the 12 th century used a wide knowledge of history and some fiktion to achieve the strategy of the charter's text (Köhler); how the analysis of the historical context leads to the correction of a writer's mistake in a 13 th century charter (Wihoda); that the importance of the addressee (recipient?) and the letter's content determined the form of expedition of a papal letter and that some habits are evident in the papal chancellery during the 12 th and 13 th century (Egger); that in a town the places of recording were in a competition and underwent changes in their importance until the town's administration became the primal place of literacy for the inhabitants (Šedivý); that the issue and the possession of a king's charter had a symbolic importance for the recipients in the 15 th century, even if the charter's content was less important (Brun); that the ducal administration in Burgundy worked very effective issueing the duke's charters and that the duke could be absent of the issue's place (Dünnebeil); how with the agreement about the date of the issue of a king's charter the dispositio was already realized before this date and how the recipient had great influence at the content of a king's charter in the 14 th century (Hruza); what different ways of communication were used to bring a mandate to the addressee (Von Seggern). Two contributions on the history of research are dealing with the term “Privaturkunde” (private charter) (Herold) and with the development of the project “Regesta Imperii” from 1863 to 1906. The book proofs, that research on the source “charter” under the paradigm of literacy leads to valuable results, that are not only of importance for the auxiliary sciences but also for the general history.

Inhaltsverzeichnis

I.

  • Anton Scharer: Die Stimme des Herrschers. Zum Problem der Selbstaussage in Urkunden
  • Anne-Katrin Köhler : Die Konstruktion einer Herkunft - Der heilige Suitbert als erster Bischof von Verden
  • Christoph Egger : Littera patens, littera clausa, cedula interclusa. Beobachtungen zu Formen urkundlicher Mitteilungen im 12. und 13. Jahrhundert
  • Martin Wihoda : Der dornige Weg zur „Goldenen Bulle“ von 1212 für Markgraf Vladislav Heinrich von Mähren
  • Juraj Šedivý : Die Anfänge der Beurkundung im mittelalterlichen Pressburg (Bratislava)
  • Karel Hruza : Anno domini 1385 do burden die iuden … gevangen. Die vorweggenommene Wirkung skandalöser Urkunden König Wenzels (IV.)
  • Peter Brun : Vom Sinn und Unsinn königlicher Privilegien – Der Aargau um 1415
  • Sonja Dünnebeil: Wo befand sich der Herzog von Burgund? Zur Präsenz Karls des Kühnen bei der Ausstellung seiner Urkunden und Briefe
  • Harm von Seggern : Zur Publikation von Münzordnungen im 15. Jahrhundert

II.

  • Paul Herold : Wege der Forschung: Über den Begriff und das Wesen der mittelalterlichen Privaturkunde unter besonderer Berücksichtigung der österreichischen Forschung
  • Christine Ottner : Joseph Chmel und Johann Friedrich Böhmer. Die Anfänge der Regesta Imperii im Spannungsfeld von Freundschaft und Wissenschaft
  • Jan Paul Niederkorn : Julius von Ficker und die Fortführung der Regesta Imperii vom Tod Johann Friedrich Böhmers (1863) bis zu ihrer Übernahme durch die Kaiserliche Akademie der Wissenschaften in Wien (1906)

 

Projekte:

Regesta Imperii IV,1: (Konrad III.) Der Band mit 790 Regesten, bearbeitet von DDr. Paul Niederkorn unter der Mitarbeit von Dr. Karel Hruza, ist 2008 erschienen.

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Regesta Imperii IV.: (Friedrich I.) 2. Abt., Drei Teilbände mit über 2000 Regesten wurden 1980, 1991 und 2001 publiziert. Die Regesten erfassen neben den von den MGH herausgegeben Diplomen eine große Anzahl weiterer Quellen zu diesem berühmten Herrscher. Das Vorhaben wird seit 1975 von Prof. Dr. Ferdinand Opll bearbeitet.

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Regesta Imperii VI.: (Albrecht I.)  Zu bearbeiten sind ca. 1600 Urkunden und andere Quellen. Ein erster Teilband 1298-1302 ist in Vorbereitung. Das Vorhaben wird von Prof. Dr. Winfried Stelzer bearbeitet.

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Regesta Imperii IX.: (Wenzel I.) Zu bearbeiten sind ca. 6000-7000 Urkunden. Das Vorhaben wird von Prof. Dr. Ivan Hlavácek geleitet. Regesten aus dem „Codex Premyslaeus“, bearb. v. Ivan Hlavácek, und ein Band (Archive und Bibliotheken Baden-Württembergs), bearb. v. Dr. Karel Hruza, sind in Vorbereitung.

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REGESTA IMPERII XI.: (Sigismund) Innerhalb eines seit 2008 laufenden FWF-Projekts, das an ein Vorgängerprojekt (2004-2008) anschließt, werden unter der Leitung von Dr. Karel Hruza die Urkunden Sigismunds aus tschechischen, schlesischen und ober- und niederlausitzischen  Archivbeständen aufgenommen und im Zuge einer Neubearbeitung der Regesten Wilhelm Altmanns neue Regesten erstellt. Ungarische Regesten Sigismunds werden übersetzt und nachbearbeitet. Daneben entstehen Studien zu verschiedenen Aspekten der Herrschaft Sigismunds. MitarbeiterInnen: Mag. Anna Jagosová, MMag. Alexandra Kaar.

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Regesta Imperii XIII.: (Friedrich III.)

Von den geschätzten 40.000-50.000 Urkunden und Briefen der König- und Kaiserzeit Friedrichs III. konnten während der mehr als zwanzigjährigen Leitung des Vorhabens durch Prof. Dr. Heinrich Koller bereits 25 Hefte, die nach Archiven und Bibliotheken geordnet bearbeitet wurden, publiziert werden und sind auch über die Regesta Imperii Online abfragbar. Weitere Hefte sind in Bearbeitung.

In Wien werden die Bestände aus dem Haus-, Hof- und Staatsarchiv zu Wien bearbeitet, insbesondere die Abteilungen „Allgemeine Urkundenreihe“, „Urkundenabschriften“ und „Familienurkunden“. Bisher erschienen sind Hefte der Jahre 1440-1446, bearbeitet von Thomas Willich (Bd. 12), 1447-1457, bearbeitet von Paul Herold und Kornelia Holzner-Tobisch (Bd. 13), 1458-1463 bearbeitet von Sonja Dünnebeil und Paul Herold (Bd. 18) und 1464-1469, bearbeitet von Christine Ottner (Bd. 22). Derzeit führen Petra Heinicker und Daniel Luger die Reihe fort.

Da das Wiener Projekt durch den Österreichischen Fond zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung getragen wird, ist die Bearbeitung der Regesten immer auch mit einer thematischen Schwerpunktsetzung verbunden. Daraus resultieren u.a. folgende Veröffentlichungen: Thomas WILLICH, Zur Wirkungsgeschichte des Privilegium maius, in: Zeitschrift für Historische Forschung 25 (1998) S. 163-207; Paul HEROLD, Das Ringen um den Text. Die Lehensurkunden von 1446/47 für Herzog Philipp von Burgund als Beispiel für Genese, Wirkungsweise und Scheitern von Urkundentexten, in: Vom Nutzen des Schreibens. Soziales Gedächtnis, Herrschaft und Besitz im Mittelalter, hg. v. P. HEROLD und W.POHL, Wien 2002 (= Forschungen zur Geschichte des Mittelalters, 5), S. 321-354; Tagungsband „Außenpolitisches Handeln im 15. Jahrhundert: Akteure und Ziele“, hg. und mit Beiträgen von Sonja DÜNNEBEIL und Christine OTTNER(in Druck).

Im Sommer 2005 wurde das FWF-Projekt „Österreich, Friedrich III. und Burgund. Die Anfänge der Hegemonie“ durch das FWF-Projekt „Kaiser Friedrich III. und König Matthias von Ungarn“ abgelöst. Diesem folgt seit 2009 das FWF-Projekt Das letzte Regierungsjahrzehnt Kaiser Friedrichs III.

 

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Regesta Imperii XIV.: (Maximilian I.) Aus den geschätzten 200.000-250.000 Urkunden und Briefen wird eine Auswahl von 40.000 bis 50.000 in Regesten publiziert. Das seit 1949 von Em.Univ.-Prof.-Dr.Dr.h.c Hermann Wiesflecker geleitete Vorhaben hat bisher sieben Bände bzw. Teilbände publiziert. Mitarbeiter sind Ass.-Prof.Dr. Inge Wiesflecker-Friedhuber, Dr. Manfred Hollegger, Dr. Angelika Schuh, Dr. Christa Beer und Dr. Peter Krendl.

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J. F. Böhmer, Regesta Imperii IV.

Die Regesten des Kaiserreiches unter Lothar III. und Konrad III.

2. Teil Konrad III. 1093/94 (1138) – 1152 bearbeitet von Jan Paul Niederkorn unter Mitarbeit von Karel Hruza (Wien – Köln – Weimar 2008).

Aus dem Geleitwort:

Heute mißt die Geschichtsforschung einen mittelalterlichen Herrscher nicht nur an seinen erfolgreichen oder mißlungenen Taten, sondern sie fragt auch nach Handlungsspielräumen und strukturell gegebenen Möglichkeiten, kurzum nach den Rahmenbedingungen, aus denen heraus die Einzelperson und ihr Beraterkreis handeln konnten. Konrad erscheint aus diesem Blickwinkel weniger als glückloser Versager, sondern mehr als (vor allem territorialpolitischer und administrativer) Wegbereiter seines Neffen, der auf dem vom Onkel gelegten Fundament mit dem ihm eigenen Können und im Laufe einer weit längeren Regierungszeit seine Pläne erfolgreicher verwirklichen konnte. Einer sachlichen Bewertung von Konrads Regierungszeit und Person mag der neue Regestenband dienen, der chronikalische und urkundliche Quellen und neueste Literatur zu einem kritischen Gesamtbild vereinigt. In seinen 1831 erschienenen „Regesta chronologico-diplomatica regum atque imperatorum Romanorum" hat Johann Friedrich Böhmer für die Regierungszeit Konrads III.

124 kurze Regesten abgedruckt. Der neue Regestenband enthält dagegen über 790 meist ausführliche Regesten. Mit ihm wird eine große Forschungslücke geschlossen, ebenso aber die Lücke in der chronologische Reihe der Regesta Imperii zwischen den vorliegenden Regesten Lothars III. und Friedrichs I.

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Wolfram Ziegler
König Konrad III. (1138-1152)

König Konrad III. (1138-1152), der erste Staufer auf dem Königsthron, galt der Geschichtsforschung lange Zeit als glückloser Herrscher, der neben seinen Nachfolgern verblasste. Heute urteilt man differenzierter. So betrachtet man den Grad der Einbindung der politischen Eliten in den Reichsdienst als einen wesentlichen Indikator für die Wirksamkeit hochmittelalterlicher Königsherrschaft. Dieser Band widmet sich diesem Beziehungsgefüge zwischen dem Herrscher und den übrigen politischen Akteuren an dessen Hof. Es werden Berater, Parteigänger aber auch Gegner des Königs porträtiert, sowie die geographischen Kernzonen der Königsherrschaft behandelt. Aus diesem Blickwinkel entsteht ein positiveres Bild Konrads III., das ihn als mehr als einen bloßen Wegbereiter Friedrich Barbarossas erscheinen lässt.

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Hruza, Karel (Hrsg.)
Österreichische Historiker 1900-1945
Lebensläufe und Karrieren in Österreich, Deutschland und der Tschechoslowakei in wissenschaftsgeschichtlichen Porträts

Im Gedenkjahr an den "Anschluss" Österreichs 1938 werden biografische Porträts 20 österreichischer Historikerinnen und Historiker vorgestellt. Unter ihnen befinden sich international bekannte Namen, aber auch weniger renommierte Personen. Die wissenschaftsgeschichtlich Porträtierten erlebten in den Jahren 1900-1945 die oder zumindest eine wesentliche Zeitspanne ihres beruflichen Wirkens, das an Universitäten, Bibliotheken und Archiven in Österreich, Deutschland, der Tschechoslowakei und schließlich im "Großdeutschen Reich" stattfand. Der Zeitrahmen umfasst das Wirken dreier Historikergenerationen und korrespondiert mit einer auch international beachteten Hochphase der österreichischen Geschichtswissenschaft. Ein internationales Autorenteam wertete bisher nicht beachtetes Archivmaterial aus und erforschte die individuellen, oftmals auch miteinander verknüpften Lebensläufe und beruflichen Karrieren und Brüche der Porträtierten. Dabei blieben kritische Nachfragen nicht aus.

Aus dem Inhalt: Johann Loserth (1846-1936) / Emil von Ottenthal (1855-1931) / Anton Mell (1865-1940) / Raimund Friedrich Kaindl (1866-1930) / Alfons Dopsch (1868-1953) / Harold Steinacker (1875-1965) / Hans Pirchegger (1875-1973) / Wilhelm Bauer (1877-1953) / Ludwig Bittner (1877-1945) / Hans Hirsch (1878-1940) / Otto Stolz (1881-1957) / Mathilde Uhlirz (1881-1966) / Theodor Mayer (1883-1972) / Richard Heuberger (1884-1968) / Paul Heigl (1887-1945) / Leo Santifaller (1890-1974) / Eduard Winter (1896-1982) / Heinz Zatschek (1901-1965) / Wilfried Krallert (1912-1969)

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