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WITTGENSTEINPROJEKT 2005-2010

Cultural Memory and the Resources of the Past. 400-1000 A.D. | Social Cohesion, Identity and Religion in Europe (400-1200) | Visions of Community | Regionale und lokale Identitäten im frühmittelalterlichen Europa | The Transformation of the Frankish World | Von der Adria zur Donau


Cultural Memory and the Resources of the Past. 400-1000 A.D.

The early Middle Ages are the first period of history from which many thousand original manuscripts survive. Ancient literature and scholarship, the Bible and patristic writing have come to us through this filter. This rich material has mainly been used to edit texts as witnesses of the period in which they were written. But it also constitutes a fascinating resource to study the process of transmission and transformation of texts and other cultural contents. It can shed new light on the codification and modification of the cultural heritage and its political uses, and constitutes an exemplary case to the study of cultural dynamics in general.

Website of the project: cmrp.oeaw.ac.at

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Social Cohesion, Identity and Religion in Europe (400-1200)

The period between 400 and 1200 A.D. saw the emergence of new fundamental modes of identification in Europe. Firstly, strong religious identities took shape and became hegemonial over vast regions where Christian communities developed. And secondly, new kingdoms with ethnic denominations were formed, and the Roman empire gave way to a pluralistic political landscape. Most ethnic designations for medieval and modern states in fact go back to that period. Both processes, not least through their interaction, created new forms of social cohesion, but also of conflict, and had a deep impact on European history up to this day that has not been sufficiently understood yet. Universal religion and ethnic/national particularism have always been regarded as opposite principles. But that is only part of the picture, and the proposed project is intended to look systematically at the ways in which religious and ethnic identities interacted, both as forms of discourse and as social practices.

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Visions of Community

Wie beeinflussten Universalreligionen die Herausbildung einzelner Gemeinschaften und Identitäten? VISCOM schlägt einen vergleichenden Ansatz vor, der christliche, islamische und buddhistische Beispiele in den Blick nimmt, um die Wechselwirkung zwischen religiösen und politischen ‚Gemeinschaftsvisionen‘ im Lauf des ‚Mittelalters‘ zu untersuchen.

Webseite des Projektes:www.oeaw.ac.at/gema/viscom_prov.htm

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Regionale und lokale Identitäten im frühmittelalterlichen Europa

Im Rahmen dieses geplanten Themenschwerpunktes sollen Frage- und Problemstellungen des 2011 zu einem Abschluss gekommenen Wittgensteinprojektes weiterverfolgt und in anderen Kontexten untersucht werden. Versucht werden soll, ethnische, politische und soziale Identitäten bzw. Prozesse nicht mehr vornehmlich in Hinblick auf die großen Elitenverbände um den König/Herrscher und den ihnen unmittelbar zuzuordnenden Diskurs(form)en zu analysieren, sondern auch stärker geographisch und sozial peripherere Kontexte in entsprechende Betrachtungen einzubeziehen.

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The Transformation of the Frankish World

Wenn auch einige propagandistisch gefärbte historiographische Texte der Karolingerzeit das Bild einer stabilen, progressiven Erfolgsgeschichte vermitteln wollen, so war doch das gesamte 9. Jahrhundert von permanenten Krisen und Veränderungen innerhalb der fränkischen Gesellschaft gekennzeichnet. Spätestens seit der zweiten Jahrhunderthälfte werden diese Konflikte nicht nur in der politischen Elite, mit der sich die karolingischen Herrscher umgaben, spürbar, sondern auch in lokalen und regionalen Eliten. Der ostfränkische Raum war intensiv von diesen Umbrüchen betroffen, da hier das politische Kräfteparallelogramm besonders labil war. Konnte zwar das fränkische Imperium in diesem Gebiet immer noch großes Prestige verzeichnen und politische Energien bündeln, so ist doch das 9. Jahrhundert von einer permanenten Regionalisierung und Fragmentierung der politischen Topographie gekennzeichnet.

Publikationen
Richard Corradini: Die Annales Fuldenses – Identitätskonstruktionen im ostfränkischen Raum am Ende der Karolingerzeit, in: Texts and Identities in the Early Middle Ages, ed. Richard Corradini/Rob Meens/Christina Pössel/Philip Shaw (Forschungen zur Geschichte des Mittelalters 12, Wien 2006) 121-136.
Richard Corradini: Das Bild der Ungarn in den Annales Fuldenses und bei Johannes Aventinus, in: Im Schnittpunkt frühmittelalterlicher Kulturen – Niederösterreich im 9. und 10. Jahrhundert, ed. Roman Zehetmayer (Mitteilungen aus dem Niederösterreichischen Landesarchiv 13) 103-149.
Richard Corradini: Walafrid Strabo. The Matrix of Vision, in: Hludowicus Project Schlussband (2011/12, in Vorbereitung).

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Von der Adria zur Donau

Ein Desiderat der Forschung bleibt die Bedeutung lokaler ethnischer Identität in den römischen Provinzen. Eine römische Identität als politisches Bekenntnis zum Reich und eine lokale ethnische Identität schlossen einander keineswegs aus. Kaiserzeitliche griechische Quellen kennen den griechischen Begriff 'Ethnos' als Synonym für das lateinische provincia. Provincia bezeichnete in der Kaiserzeit meist neben dem Gebiet einer Provinz die magistratischen Kompetenzen und Rechte, war also jedenfalls auch ein juristischer und kein alleinig territorialer Begriff. Die parallele Verwendung von Ethnos mag die territoriale Bedeutung betonen, indem sie eventuell an die Identität der in einer Provinz lebenden Menschen erinnert. Dies ist aber noch keineswegs geklärt und verstanden. Jedenfalls weist auch ein solches terminologisches Detail darauf hin, dass noch viel an unseren Vorstellungen von sich gegenüberstehenden und scheinbar klar definierbaren Gruppen in der Antike und dem frühen Mittelalter zu arbeiten ist.

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