IV.

Gemeinschaft
&
Identität

WITTGENSTEINPROJEKT 2005-2010

4.1. Identität und Heiligkeit | 4.2. Soziale Gemeinschaftsentwürfe in Predigten | 4.3. Monastische Identitäten und Gemeinschaftsentwürfe | 4.4. Alcuin the Parrhesiast


4.1. Identität und Heiligkeit im frühen Mittelalter

Bearbeiter: Max Diesenberger

Die Frage nach der Rolle des Heiligen bei der Konstruktion von Identitäten konzentrierte sich in diesem Teilprojekt hauptsächlich auf seine Funktion in hagiographischen Texten. Das Projekt ging davon aus, dass mit der Lebensbeschreibung eines Heiligen sein Verehrungspotential verstärkt und als Grundlage für verschiedene Gemeinschaftsmodelle genutzt wurde. An erster Stelle sind dabei monastische Gemeinschaften zu nennen, deren Integrationspotential und Ziele über die Lebensbeschreibung jenes Heiligen formuliert wurden, der im Mittelpunkt ihrer Verehrung stand......mehr (PDF)

Publikationen
Les élites et la mission dans les manuscrits bavarois vers 800, in: Les élites aux frontières. Mobilité et hiérarchie dans le cadre de la mission, ed. Geneviève Bührer-Thierry/Thomas Lienhard ( lamop.univ-paris1.fr/IMG/pdf/Diesenberger.pdf) 1-10.
Der Cvp 420 – die Gemeinschaft der Heiligen und ihre Gestaltung im frühmittelalterlichen Bayern, in: L’hagiographie mérovingienne à travers ses réécritures,ed. Monique Goullet/Martin Heinzelmann/Christiane Veyrard-Cosme (Beihefte der Francia 71, Ostfildern 2010) 219-248.
Der Prediger als Konstituent des sozialen Raumes, in: Heilige – Liturgie – Raum, ed. Dieter R. Bauer/Klaus Herbers/Hedwig Röckelein/Felicitas Schmieder (Beiträge zur Hagiographie 8, Stuttgart 2010) 27-48.
Strategies of identification in early medieval Bavarian hagiographies, in: Strategies of Identification – Early Medieval Perspectives, ed. Walter Pohl/Gerda Heydemann (Turnhout 2011).

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4.2. Soziale Gemeinschaftsentwürfe in Predigten des Frühmittelalters

Bearbeiterin: Marianne Pollheimer

Dieses Teilprojekt konzentrierte sich auf die Untersuchung von Gemeinschaftsentwürfen und Identitätsangeboten, die weniger auf ethnischen, als auf moralisch-religiösen Kategorien basierten. Predigten waren eines der wichtigsten Kommunikationsmittel im Frühmittelalter, über das eine große Zahl von Menschen und die verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen erreicht werden konnten. Bischöfe und Herrscher setzten in die Predigt große Hoffnung als Instrument für die Unterrichtung und Leitung der Bevölkerung. Dies zeigt sich heute noch in der dichten Überlieferung solcher Texte, die in zahlreichen Handschriften des 8., 9. und 10. Jahrhunderts erhalten sind.....mehr (PDF)

Publikationen
Of shepherds and sheep – preaching and biblical models of community in the ninth century, in: Strategies of Identification – Early Medieval Perspectives, ed. Walter Pohl/Gerda Heydemann (Turnhout 2011).

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4.3. Monastische Identitäten und Gemeinschaftsentwürfe

Bearbeiter: Albrecht Diem

Warum sollte man sich im Rahmen eines Projektes zu ethnischen Prozessen in der Spätantike und im Frühmittelalter ausgerechnet mit Klöstern beschäftigen?
Diese Frage lässt sich auf vielerlei Weisen beantworten. Würde man Edward Gibbon glauben, wäre das Klosterwesen nicht nur ein Produkt der spätrömischen Welt, sondern es hätte auch durchaus zu deren Ende beigetragen (letztere Ansicht wird heute kaum mehr vertreten). Anders als viele andere römische Institutionen blieb das Klosterwesen durch alle Transformationsprozesse der Spätantike und des Frühmittelalters hindurch erhalten und wurde eine der tragenden Säulen mittelalterlicher Kultur. Möglich war dies nur, weil sowohl monastische Ideale als auch die spezifischen Organisationsformen klösterlichen Gemeinschaftslebens sich der veränderten spätrömischen Welt anpassten....mehr (PDF)

Publikationen
Rewriting Benedict: The regula cuiusdam ad virgines and intertextuality as tool to construct a monastic identity, in: The Journal of Medieval Latin 17 (2007, published 2009) 313-328.
Organisierte Keuschheit – organisierte Heiligkeit. Individuum und Institutionalisierung im frühen gallo-fränkischen Klosterwesen, in: Das Charisma. Funktionen und symbolische Repräsentationen, ed. Pavlína Rychterová/Stefan Seit/Raphaela Veit (Berlin 2008) 323-345.
The rule of an Iro-Egyptian Monk in Gaul. Jonas of Bobbio’s Vita Iohannis and the construction of a monastic identity, in: Revue Mabillon 80 (2008) 5-50.
Monks, kings and the transformation of sanctity. Jonas of Bobbio and the end of the Holy Man, in: Speculum 82 (2007) 521-559.
Vita, Regula, Sermo: Eine unbekannte lateinische Vita Pacomii als Lehrtext für ungebildete Mönche und als Traktat über das Sprechen’ (with an edition produced in cooperation with Hildegund Müller (Univ. of Notre Dame), in: Zwischen Niederschrift und Wiederschrift. Frühmittelalterliche Hagiographie und Historiographie im Spannungsfeld von Kompendienüberlieferung und Editionstechnik, ed. Richard Corradini/ Max Diesenberger/Meta Niederkorn-Bruck, Forschungen zur Geschichte des Mittelalters 18.
Disimpassioned monks and flying nuns. Emotion management in Early Medieval Rules, in: Funktionsräume– Wahrnehmungsräume – Gefühlsräume. Mittelalterliche Lebensformen zwischen Kloster und Hof, ed. Christina Lutter (Veröffentlichung des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 59, Wien 2011). (accepted)

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4.4. Alcuin the Parrhesiast

Bearbeiterin: Mary Garrison

Alcuin’s predilection for outspoken letters of admonition to the most diverse group of addressees has led to him being characterized as a meddlesome busybody. When this activity and discourse is analysed against the background of classical rhetoricians statements about parrhesia it can be evaluated in a new light. Mary Garrison first began to explore this avenue in 2004; the Ego Trouble volume on Authors and their Identities offered her a place to pursue the matter in depth and the Wittgensteinprojekt’s sponsorship enabled her to add a chapter on the topic to her forthcoming monograph about Alcuin.....mehr (PDF)

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