Langzeitforschungsprogramm der ÖAW

Die Erschließung und Sicherung des kulturellen Erbes erfordert nicht nur die Erforschung spezifischer Fragestellungen, sondern bedarf auch eines breiten und soliden Wissensfundaments. Dieses bereitzustellen ist in den Geistes- und Kulturwissenschaften vielfach eine Zielsetzung von längerfristig angelegten und durchgeführten Forschungsarbeiten.  An der ÖAW wurde für derartige Vorhaben ein Langzeitforschungsprogramm eingerichtet. Es stellt nicht nur geeignete Rahmenbedingungen für die geistes- und kulturwissenschaftliche Langzeitforschung sicher, sondern gewährleistet auch die anhaltend hohe Qualität dieser Forschungsarbeiten. Gegenwärtig werden im Rahmen des Forschungsprogramms der ÖAW die folgenden Langzeitprojekte gefördert:


Johann-Joseph-Fux-Gesamtausgabe  

Institut für kunst- und musikhistorische Forschungen

Ziel des Langzeitprojekts ist eine historisch-kritische Edition des umfangreichen, größtenteils unpublizierten Œuvres des bedeutendsten österreichischen Barockkomponisten Johann Joseph Fux (ca. 1660–1741). Die neue Reihe Johann Joseph Fux – Werke enthält neben dem Notentext wissenschaftliche Studien, literarhistorische Ausführungen zu den Libretti sowie kritische Apparate, die teilweise auch als Aufführungsmaterial unter www.fux-online.at Open Access zur Verfügung gestellt werden.

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Johannes-Brahms-Gesamtausgabe – Wiener Arbeitsstelle  

Institut für kunst- und musikhistorische Forschungen

Die Johannes-Brahms-Gesamtausgabe ist eine historisch-kritische Neuausgabe des kompositorischen Gesamtwerks von Johannes Brahms, die der Wissenschaft wie auch der musikalischen Praxis dienen soll. Das musikwissenschaftliche Langzeitprojekt entsteht an zwei Arbeitsstellen in Kiel und in Wien und wird von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz sowie der ÖAW betreut. Forschungsschwerpunkt der Wiener Arbeitsstelle ist die Brahms-Rezeption in der Wiener Presse sowie die Erschließung von Quellen vor Ort.

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Neue Schubert-Ausgabe – Wiener Arbeitsstelle  

Institut für kunst- und musikhistorische Forschungen

Die Neue Schubert-Ausgabe ist die historisch-kritische Edition sämtlicher Werke Franz Schuberts und schließt ein Werkverzeichnis, Dokumente zur Biographie und Quellenstudien mit ein. Das Projekt entsteht an zwei Arbeitsstellen in Tübingen und Wien und wird als langfristiges musikwissenschaftliches Editionsunternehmen von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz und der ÖAW betreut. Mit der Datenbank www.schubert-online.at stellt die Wiener Arbeitsstelle die weltweit größte digitale Sammlung von Autographen sowie Erst- und Frühdrucken der Werke Schuberts Open Access zur Verfügung.

 

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Oesterreichisches Musiklexikon Online  

Institut für kunst- und musikhistorische Forschungen

Das Oesterreichische Musiklexikon online versteht sich als umfassendes Lexikon zur Musikgeschichte Österreichs in all ihren Ausprägungen, betrachtet aus einer zentraleuropäischen Perspektive. Es umfasst derzeit rund 9.000 Artikel, die teilweise mit Bildmaterial und Hörbeispielen angereichert sind. Zahlreiche Kooperationen im In- und Ausland tragen zur festen Etablierung des Oesterreichischen Musiklexikons in der Welt der Online-Lexika bei.

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Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich

Austrian Centre for Digital Humanities

Das Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich (WBÖ) widmet sich der Dokumentation und lexikographischen Aufarbeitung der Basis- und Regionaldialekte (Alt-)Österreichs. Die Datengrundlage bildet der sogemammte Hauptkatalog, eine ca. 3,6 Millionen Zettel umfassende Sammlung von Belegen, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erstellt wurde. Ein Großteil des Hauptkatalogs wurde mittlerweile digitalisiert. Bislang sind fünf WBÖ-Bände erschienen, die ca. 75.000 Stichwörter von A bis Ezzes umfassen. Seit Dezember 2016 wird das WBÖ am Austrian Centre for Digital Humanities bearbeitet.

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Die Deutschen Inschriften (Wiener Reihe)  

Institut für Mittelalterforschung

Inschriften sind historische Quellen von großer inhaltlicher und gestalterischer Bandbreite. Die ÖAW gibt in Kooperation mit der deutschen Akademienunion die Reihe Die Deutschen Inschriften im Druck und online heraus, die das kulturelle Erbe nach gemeinsamen Editionsrichtlinien wissenschaftlich erschließt und in Wort und Bild für die Zukunft bewahrt.  Die Deutschen Inschriften zählen zu den weltweit produktivsten Langzeitvorhaben zum epigraphischen kulturellen Erbe des Mittelalters und der Neuzeit.

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Illuminierte Handschriften, Inkunabeln und Urkunden  

Institut für Mittelalterforschung

Das Langzeitprojekt Illuminierte Handschriften, Inkunabeln und Urkunden widmet sich der Erschließung illuminierter Überlieferungsträger des Mittelalters – hauptsächlich der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien – aus kunsthistorischer Perspektive: der Beschreibung und Einordnung des Buchschmucks, der Analyse der Stilelemente, Ikonographie und Technik, um die Objekte datieren und lokalisieren zu können. Die wertvollen Unikate werden im Zuge dessen mithilfe modernster Aufnahmetechniken digital dokumentiert.

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Manuscripta mediaevalia Austriaca. Mittelalterliche Handschriften in österreichischen Bibliotheken  

Institut für Mittelalterforschung

Das Langzeitprojekt Manuscripta mediaevalia Austriaca. Mittelalterliche Handschriften in österreichischen Bibliotheken zielt auf eine Gesamterschließung des reichen Handschriftenerbes im heutigen Österreich ab. Im Zentrum der Arbeiten stehen die größten kirchlichen Handschriftensammlungen des Landes im Augustiner Chorherrenstift Klosterneuburg und im Benediktinerstift Melk. Durch digitale Publikationsformen, angereichert mit zahlreichen Handschriftendigitalisaten, werden parallel zu gedruckten Katalogen die Forschungsergebnisse Open Access zugänglich gemacht.

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Monumenta Germaniae Historica – Diplomata: Edition der Urkunden Ottos IV.  

Institut für Mittelalterforschung

Das internationale Unternehmen der Monumenta Germaniae Historica (MGH) widmet sich der Herausgabe der Quellen zur Geschichte des deutschen Mittelalters. Aufgabe der Wiener Diplomata-Abteilung der MGH ist die Bearbeitung der hochmittelalterlichen Kaiser- und Königsurkunden. Ihr aktuelles Projekt ist Kaiser Otto IV. gewidmet, der im Laufe seiner Regierungszeit von 1198 bis 1218 rund 310 Urkunden ausstellte. Die Urkunden werden im Volltext ediert, mit ausführlichen Kommentaren versehen und durch detaillierte Register erschlossen.

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Patriarchatsregister von Konstantinopel

Institut für Mittelalterforschung

Das Projekt Patriarchatsregister von Konstantinopel hat die kritische Edition, Übersetzung und Kommentierung einer grundlegenden Quelle für die Geschichte von Byzanz im 14. Jahrhundert zum Inhalt: die Sammlung von über 700 Dokumenten aus dem Patriachat von Konstantinopel, die als fortlaufend geführtes Kanzleiregister in zwei originalen Handschriften der Österreichischen Nationalbibliothek erhalten ist. Im Rahmen des Projektes werden fünf Bände in kritischer Edition zum Abschluss gebracht. Begleitende Studien widmen sich Aspekten des Patriarchats von Konstantinopel und neuer technischer Präsentationsform, u. a. für open text e-publishing.

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Regesta Imperii Wien

Institut für Mittelalterforschung

Das interakademische Vorhaben Regesta Imperii , getragen von den Akademien in Wien, Mainz und Berlin sowie der Universität Brünn, erforscht die Regierungstätigkeit der römisch-deutschen Herrscher des europäischen Mittelalters. Das Quellenmaterial wird in Form von „Regesten“ erschlossen, die den Quelleninhalt, die Überlieferung und den Forschungsstand in print und online bieten. Schwerpunkt ist dabei die Bearbeitung spätmittelalterlicher Königs- und Kaiserurkunden (Wenzel, Sigismund, Friedrich III., Maximilian I.).

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Tabula Imperii Byzantini

Institut für Mittelalterforschung

Das Projekt Tabula Imperii Byzantini erforscht die historische Geographie des Byzantinischen Reiches, das vom 4.–15. Jahrhundert existierte. Hier entsteht ein historischer Atlas mit den Schwerpunkten Balkanhalbinsel und Kleinasien in der Form von Textbänden und Karten im Maßstab 1:800.000. Unter anderem werden in Bereisungen regionale Kulturgüter samt GPS-Daten dokumentiert und so ein wichtiger Beitrag zum Cultural Heritage geleistet. 2015 wurde das Projekt in die Union Académique Internationale aufgenommen. 

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Außenpolitische Dokumente der Republik Österreich  

Institut für Neuzeit- und Zeitgeschichtsforschung

Die Herausgabe ausgewählter Außenpolitischer Dokumente der Republik Österreich (ADÖ) in einer wissenschaftlichen Editionsreihe zielt auf die Abbildung der wesentlichen Leitlinien der österreichischen Außenpolitik ab. Mit dem Erscheinen des 11. und 12. Bandes wird die Serie 1918–1938 im Jahr 2016 abgeschlossen. Die nunmehr in Angriff genommene  Serie ADÖ-2 1945–1970 erfasst in zwölf weiteren Bänden die Jahre von der Wiedererrichtung der Republik nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Amtsantritt der Regierung Bruno Kreisky I.

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Edition der österreichischen/cisleithanischen Ministerratsprotokolle (1867‐1918)  

Institut für Neuzeit- und Zeitgeschichtsforschung

Der Ministerrat war das zentrale politische Organ Österreichs (Cisleithaniens), in dem sich die Regierungstätigkeit in staatsrechtlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen konzentrierte. Zentrale Themen waren das Nationalitätenproblem sowie das Verhältnis zu Ungarn. Die erhaltenen Protokolle werden in dieser Edition textkritisch und mit wissenschaftlichem Kommentar herausgegeben.

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Österreichisches Biographisches Lexikon ab 1815  

Institut für Neuzeit- und Zeitgeschichtsforschung

Das „Österreichische Biographische Lexikon“ ist das einzige biographische Lexikon Mitteleuropas, das übernational und nach einheitlichen Kriterien für den Zeitraum 1815–1950 Lebensläufe verdienter bzw. bemerkenswerter Persönlichkeiten des Kaisertums Österreich, Österreich-Ungarns sowie Österreichs in seinen heutigen Grenzen erfasst. Bei der Auswahl der Lemmata ist es ein wesentliches Anliegen, auch jene Personen zu berücksichtigen, die nicht im Vordergrund des allgemeinen Bewusstseins stehen

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Urnfield Culture Networks

Institut für Orientalische und Europäische Archäologie

Urnfield Culture Networks ist ein breit aufgestelltes Kompetenzzentrum von Fachwissenschaftler/innen aus/in verschiedenen europäischen Regionen, gebündelt in einem gemeinsamen Netzwerk. Es verknüpft bestehende, mehrjährige Großprojekte mit Vorhaben aus aktuellen Grabungen und zu aktuellen Forschungsfragen der Spätbronzezeit (13.–8. Jh. v. Chr.). Zu den grundlegenden Materialaufarbeitungen österreichischer Fundorte kommen Projekte, die Südosteuropa, und speziell den Westbalkanraum, einschließen. Regelmäßig stattfindende Gespräche mit internationaler Beteiligung und die Einbindung junger Wissenschaftler/innen sind wichtige Bestandteile des UCN-Zentrums.

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