Monday, 22. January 2018, 18:30

Was eine Scherbe alles kann: Über die Bedeutung der Keramikforschung in der Archäologie des Iran

Vortrag von Gabriele Puschnigg/Institut für Iranistik


Abstract Keramik ist ein wesentlicher Bestandteil archäologischer Funde. Ihre Eigenschaften als Datierungshilfe, als handelsübliches Verpackungsmaterial und Haushaltsutensil
begründet, weshalb Keramikforschung innerhalb der Archäologie einen wichtigen Stellenwert einnimmt.
Im Kontext historischer Epochen der iranischen Welt eröffnet die Beschäftigung mit Keramik noch weitere Perspektiven, die manche der uns im Zusammenhang mit anderen antiken Kulturen als selbstverständlich erscheinenden Annahmen in Frage stellen. Während in
einigen Regionen des Iran bei Gefäßformen und -verzierungen über viele Jahrhunderte hin kaum Veränderungen wahrzunehmen sind, finden wir andernorts die ältesten Keramikfragmente häufig zuoberst der stratigraphischen Schichten. Vor allem Funktion und
Gebrauch der Keramik im täglichen Leben erscheinen äußerst vielschichtig. Der Vortrag gibt einen Einblick in die Fragestellungen und Methoden der neuesten Forschungen auf diesem Gebiet, ihre neuen Erkenntnisse und ihr Potential für archäologische Studien iranischer
Gesellschaften.

Zur Person Gabriele Puschnigg studierte Klassische Archäologie in Wien und promovierte dann in London am Institute of Archaeology, UCL, mit dem sie auch weiterhin affiliiert ist. Ihr Forschungsgebiet umfasst die Keramik antiker und frühmittelalterlicher Epochen im zentralasiatischiranischen Raum und deren quantitative Analyse, sowie die Archäologie städtischer Räume und archäologische Forschungsgeschichte. Sie ist beteiligt an Projekten in
Merv (Ancient Merv Project, UCL) und Buchara (Mission Archéologique dans l'Oasis de Boukhara, Louvre). Seit Mai 2017 ist sie Mitarbeiterin des Instituts für Iranistik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften