Die Inschriften des Bundeslandes Niederösterreich, Teil 3:


Andreas Zajic
(Wien 2008)

Die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Inschriften des Politischen Bezirks Krems in Niederösterreich bis zum Jahr 1650 bieten einen aufschlußreichen Blick in die historische Entwicklung eines Kernraums österreichischer und mitteleuropäischer Geschichte, der mit dem Donauabschnitt zwischen Melk und Krems u. a. das UNESCO-Weltkulturerbe Wachau umfasst.

In den inschriftlichen Quellen – Grab- und Bauinschriften, Stifter- und Gedenkinschriften, erklärenden Beischriften zu Wandmalereien und Gemälden u. v. m. – spiegeln sich Repräsentation und Streben nach Memoria des landständischen Adels, etwa in den Grabdenkmälern an spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Erbgrablegen, ebenso wie des wohlhabenden Bürgertums der landesfürstlichen Städte und Märkte, die als regionale und überregionale Handelsplätze Bedeutung besaßen. Die wichtige Rolle der Niederlassungen unterschiedlicher monastischer Gemeinschaften innerhalb der kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung der Region äußert sich in zahlreichen inschriftlichen Denkmälern der aufgehobenen und noch existierenden Klöster. Im Bereich des Benediktinerklosters Göttweig allein sind bzw. waren 70 Inschriftenträger angebracht. Der bedeutende Anteil landfremder Grundherren an der Geschichte der Region manifestiert sich in jenen Inskriptionen, die auf die zahlreichen bayerischen Klöster mit Weingartenbesitz an der Donau bzw. das Erzstift Salzburg verweisen.

Die 528 Katalognummern – etwa ein Viertel davon ist im Original verlorenen Inschriften gewidmet – wurden für eine Edition nach den Richtlinien des von den Deutschen Akademien der Wissenschaften und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gemeinsam erarbeiteten Corpus-Werks „Die Deutschen Inschriften“ gesammelt, bearbeitet und eingehend kommentiert. Eine ausführliche Einleitung, ein umfangreicher Abbildungsteil und zahlreiche Register ergänzen und erschließen die Publikation.