30. October 2014 – 31. October 2014

WOLFGANG LAZIUS (1514–1565)

Tagung zum 500. Geburtstag

Programm

Stefan Donecker (Institut für Mittelalterforschung, Österreichische Akademie der Wissenschaften)

Elisabeth Klecker (Institut für Klassische Philologie, Mittel- und Neulatein, Universität Wien)

Petra Svatek (Institut für Geschichte, Universität Wien)


Am 31. Oktober 2014 jährt sich zum 500. Mal der Geburtstag des Wiener Humanisten Wolfgang Lazius, eines der bedeutendsten österreichischen Gelehrten des 16. Jahrhunderts. Aus diesem Anlass veranstaltet die Universität Wien (Institut für Geschichte, Institut für Klassische Philologie, Mittel- und Neulatein), die Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Institut für Mittelalterforschung) und die Österreichische Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte ein zweitägiges Symposium unter Beteiligung österreichischer und internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, um die verschiedenen Aspekte in Laziusʼ Leben und Werk zu diskutieren und in Bezug zueinander zu setzen.

Als Doktor der Medizin, Rektor der Universität Wien, Hofhistoriograph und Leibarzt Kaiser Ferdinands I., als Pionier der österreichischen Kartographie und Sammler historischer Handschriften zählt Lazius zu den vielseitigsten Gelehrten im frühneuzeitlichen Wien. Er verfasste die erste Wiener Stadtgeschichte (Vienna Austriae, 1546), führte den Begriff der „Völkerwanderung“ in die Wissenschaftssprache ein (De gentium aliquot migrationibus, 1557), fertigte 1561 den ältesten „Atlas“ der österreichischen Lande an und war der erste Gelehrte überhaupt, der Strophen des Nibelungenliedes veröffentlichte – um nur einige seiner Verdienste zu nennen. Doch gerade aufgrund seiner Vielseitigkeit hat es sich als schwierig erwiesen, eine umfassende Gesamtdarstellung seines Wirkens zu erarbeiten, die über Detailstudien hinausgeht und Lazius als Universalgelehrten gerecht wird. Diese Lücke in der Forschung soll das bevorstehende Symposium schließen: Indem es Lazius' Tätigkeit als Mediziner, als Humanist und Literat, als Geschichtsschreiber und Kartograph beleuchtet und in den Kontext der Wiener Gelehrtenkultur des 16. Jahrhunderts stellt, wird es den Leistungen eines großen Gelehrten die gebührende Würdigung zuteilwerden lassen.