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BERNHARD WALCHER (Heidelberg): "Wir tragen die Väterhypothek". Erzählen und Erinnern von Schweizer Zeitgeschichte in Urs Faes' Familienroman ›Sommerwende‹ (1989).
doi:10.1553/spk43s91

Urs Faes' autobiographisch unterlegter Roman ›Sommerwende‹ (1989) steht in der Tradition der kritischen literarischen Auseinandersetzung mit der Schweizer Geschichte während des Zweiten Weltkriegs, die am Beispiel der fiktiven Familie Melzer im Kanton Aargau über drei Generationen hinweg entfaltet wird. Durch die Analyse und Interpretation der komplexen Erzählstruktur untersucht der vorliegende Beitrag die implizit formulierten Erinnerungskonzepte des Textes, die wiederum auf die Frage verweisen, wie eine nachgeborene Generation von Autoren mit der Geschichte der Schweiz im Zweiten Weltkrieg literarisch umgehen soll.


Urs Faes's autobiographic novel ›Sommerwende‹ (1989) is in the tradition of critical literature on Swiss history during World War II, which is illustrated by the story about three generations of the fictional Melzer family from Kanton Aargau. By analyzing and interpreting the complex narrative structure, this paper will examine the implicitly expressed concepts of memory in the novel which lead to the question of a later born generation's literary treatment of Swiss history during the wartime.