Aktuelles aus dem Arbeitsbereich Digital Musicology


November 2019

Digitale Neuedition des Werkverzeichnis Wenzel Birck und neuentdeckte Werke

Das Werkverzeichnis für den Wiener Hoforganisten und Komponisten Wenzel Raimund Birck steht nun in deutlich erweiterter Form und mit Musikincipits auf www.digital-musicology.at zur Verfügung. Als bedeutende neue Quelle für zahlreiche Cembalo- bzw. Klavierwerke Bircks konnte zudem ein Sammelband erschlossen werden, der heute in der Lobkowicz Bibliothek und Archiv (Lobkowiczké knihovny a archivu) in Nelahozeves (Tschechien) aufbewahrt wird. Diese Klaviersammlung aus den 1750er Jahren stammt aus dem Nachlass von Gräfin Maria Wilhelmine von Thun (1744-1800, geborene Uhlfeld), eine bedeutende Wiener Musikmäzenatin. Die Gräfin war in den 1750er Jahren Cembaloschülerin von Birck. Die Sammlung diente vermutlich als Klavierschule, zeigt sie doch viele Parallelen zur autographen Klavierschule A-Wn Mus.Hs. 1079. Sie enthält u.a. 38 meist kleinere Klavierkompositionen Bircks, 17 davon sind hier unikal überliefert.


9. Oktober 2019

Workshop zur Neuedition des Anton Bruckner Werkverzeichnis

Als Abschluss des Forschungsprojekts Digitales Werkverzeichnis Anton Bruckner trafen sich die Projektbeteiligten mit Forscher*innen der Bruckner-Community. Dabei konnte das vollständig überarbeitete und erheblich erweiterte digitale Werkverzeichnis Bruckners präsentiert werden, das seit Kurzem auf www.bruckner-online.at zur Verfügung steht.


September 2019

Projektpräsentationen Cantus Network

Robert Klugseder präsentierte bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Musikfoschung (GfM) in Paderborn und bei der Tagung Liturgie und Musik in St. Emmeram vom Mittelalter bis zur Frühen Neuzeit in Regensburg das Forschungsprojekt Cantus Network. Libri ordinarii der Kirchenprovinz Salzburg.


25. Juni 2019, 19 Uhr - Festsaal der Akademie der Wissenschaften

Musik für Maximilian I.: Festkonzert zum Gedenken an den 500. Todestag des Kaisers.

Das international geprägte und vielfältige Musikleben am Hof Maximilians, das von kunstvollen Messvertonungen und politischen Motetten bis hin zu intimen deutschsprachigen Liedern und pfiffiger Tanzmusik reicht, trug maßgeblich zur Legitimation und Repräsentation des Herrschers in der Öffentlichkeit bei. Das eindrucksvolle Musikschaffen jener Zeit kann uns heute noch in seiner klanglichen Vielfalt berühren. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und musikpraktische Sensibilität auf höchstem Niveau werden zum Gelingen des Konzertabends beitragen.
Mitwirkende: Vokalensemble Singer Pur, Marc Lewon (Laute und Gesang) und Elizabeth Rumsey (Renaissancegambe). Wissenschaftliche Einführung: Prof. Dr. Birgit Lodes. Der Eintritt ist frei.


4. Juni 2019

MEC Vienna 2019 auf Twitter.

Die von der AG DigMus veranstaltete MEI-Konferenz hatte zahlreiche tweets auf Twitter zur Folge. Hier geht es zu den Nachrichten.


29. Mai-01. Juni 2019

Konferenz der Music Encoding Initiative (MEC) in Wien.

Die Music Encoding Initiative (MEI) trifft sich heuer auf Einladung des Instituts für kunst- und musikhistorische Forschungen in Wien, um die Herausforderungen der digitalen Musikwissenschaft zu diskutieren. Es werden 105 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt erwartet. Eröffnet wird die Veranstaltung mit einem festlichen Empfang im Festsaal der Akademie am Mittwochabend, 29. Mai um 19 Uhr, zu dem Prof. Georg Vogeler die Eröffnungskeynote halten wird. Für die Organisation verantwortlich ist die AG Digital Musicology (Konferenzwebsite).


27. Mai 2019

Neuerscheinung
Robert Klugseder: Der Liber ordinarius Pataviensis.
Eine textkritische Edition des mittelalterlichen Regelbuchs der Diözese Passau.

Die Editionsarbeit am Passauer Liber ordinarius war Teil des AG-Projekts Cantus Network. Hier wurde der Text digital codiert und online ediert. Die jetzt vorliegende Printfassung (500 Seiten) enthält zudem eine umfangreiche wissenschaftliche Einführung und zahlreiche Register. Der weitaus größte Teil der mittelalterlichen Diözese Passau lag auf dem Gebiet Ober- bzw. Niederösterreichs und Wiens. Passau war damit maßgeblich an der kulturgeschichtlichen Entwicklung weiter Teile des heutigen Österreichs beteiligt. Der Ordinarius enthält alle für den Gottesdienst notwendigen Informationen und ist für Liturgie- und Musikwissenschaftler, Historiker und Kunsthistoriker von großem Interesse, da Angaben zur Musikpraxis, zu Personen, Orten, Gebäuden und zur Ausstattung von Sakralräumen enthalten sind.
Der Band erscheint im Verlag Brüder Hollinek Purkersdorf als Supplement 13 der wissenschaftlichen Zeitschriftenreihe Codices Manuscripti & Impressi.


16.-18. Mai 2019

Liturgie- und Musikgeschichte der Diözese Passau. Mittelalter und Frühe Neuzeit.

Die Tagung an der Universität Passau, organisiert von der AG DigMus, nimmt die liturgische Tradition – insbesondere die Choralpraxis – der Diözese Passau von den Anfängen bis zur frühen Neuzeit in den Blick. Die Veranstaltung wird durch die Fritz Thyssen Stiftung finanziell unterstützt.

Das Bistum Passau war im Mittelalter und in der frühen Neuzeit ein Motor der kulturgeschichtlichen Entwicklung Bayerns und Österreichs. Vor allem die Bischofsstadt selbst war eine herausragende Pflegestätte der Musik. Umso erstaunlicher ist, dass bis vor Kurzem keine umfassende Quellenforschung zur liturgischen Tradition der Diözese Passau vorlag. Um die Forschung und den wissenschaftlichen Austausch zu diesem Thema weiter voranzubringen, lädt die Österreichische Akademie der Wissenschaften gemeinsam mit der Universität Passau, dem Referat Kirchenmusik der Diözese Passau und dem Verein für Ostbairische Heimatforschung zur Tagung ein. Ziel der interdisziplinären und international besetzten Veranstaltung ist es, Licht in das mittelalterliche Dunkel der liturgischen Choralpraxis zu bringen.

Eröffnet wird die Tagung am Donnerstagabend, 16.5. um 19.30 Uhr mit einem Konzert der „Grazer Choralschola“ im Passauer Dom. Das international hoch angesehene Spezialensemble wird Musik aus mittelalterlichen Musikhandschriften der Diözese Passau präsentieren. Umrahmt wird das Programm durch Improvisationen des Domorganisten Ludwig Ruckdeschel.

Anlass für Tagung und Konzert ist die Fertigstellung einer Monographie zur mittelalterlichen Musikgeschichte der Diözese Passau, die bei der Veranstaltung vorgestellt werden soll. Robert Klugseder: Der Liber ordinarius Pataviensis. Eine textkritische Edition des mittelalterlichen Regelbuchs der Diözese Passau (= Codices Manuscripti Supplement 13), Purkersdorf 2019.

Zur Tagungswebsite.


4.-6. April 2019

Im Rahmen des KOSMOS-Workshops des Instituts für Musikwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin waren die AG-Mitarbeiter Clemens Gubsch und Paul Gulewycz als Referenten eingeladen. Neben der Vorstellung der laufenden Bruckner-Projekte der AG DigMus wurden in kurzen und intensiven Workshop-Sessions die Grundlagen der MEI-Codierung vermittelt. Ebenso bot der internationale Workshop mit Teilnehmern aus Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz Raum zur Diskussion aktueller Fragestellungen aus dem Bereich der Digital Humanities, die in geselliger Runde auch nach dem offiziellen Workshop-Programm fortgesetzt wurden.


1. März 2019: MEC Vienna 2019

Die Registrierung für die internationale Konferenz der Music Encoding Initiative (MEI) in Wien (29.05.-01.06.2019) ist eröffnet. Es werden etwa 120 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erwartet, die an den 16 Vorträgen, einer Panel-Diskussion, 18 Paperpräsentationen und fünf Workshops teilnehmen werden. Weitere Informationen stehen auf der Konferenz-Website zur Verfügung.


Dezember 2018

Bei der Gesamtsitzung der Akademie der Wissenschaften am Freitag, 14.12. übernahm Robert Klugseder im Auftrag des Präsidiums die Werkeinführung zur 7. Sinfonie Anton Bruckners, die im Festsaal vom Akademischen Symphonie Orchester der Wirtschaftsuniversität Wien unter Leitung von Witolf Werner zur Aufführung gelangte. In diesem Zusammenhang konnte Klugseder auch die Projekte der AG präsentieren.


November 2018

Bei einem ganztägigen Workshop an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) vermitteln Robert Klugseder und Clemens Gubsch die Grundlagen der digitalen Musikedition unter Verwendung des Codierungsstandards der Music Encoding Initiative (MEI).

Bei einem Workshop, veranstaltet im Rahmen des CANTUS Network-Projekts, stehen die Libri ordinarii der Diözese Regensburg und des Benediktinerklosters St. Emmeram im Mittelpunkt der Diskussionen. In in diesem Zusammenhang wird der renommierte Choralforscher Prof. Dr. David Hiley einen Gastvortrag am Institut für Musikwissenschaft der Universität Wien halten. Thema des Vortrags: Kirchengesang im mittelalterlichen Regensburg (Mittwoch, 14.11, 12.30 Uhr Hörsaal A, AAKH).

Für die von der AG Digital Musicology organisierte internationale Konferenz der Music Encoding Initiative (MEI) im Mai 2019 ist nun der Call for Proposals eröffnet. Informationen zur Konferenz und zum Call stehen auf der MEI-Website zur Verfügung.


Oktober 2018

Als erste größere Komposition steht das Sepolcro Sagrifizio d'Abramodes Habsburgerkaisers Leopold I. (1640-1705) als Digitale Edition auf www.digital-musicology.at zur Verfügung. Die auf MEI basierende Edition wurde von Paul Gulewycz, Mitarbeiter der AG Digital Musicology, im Rahmen seiner Masterarbeit in Musikwissenschaft erstellt. Die Edition ermöglicht u.a. die Visualisierung von varianten Überlieferungen.

In einem Newsartikel der IKM-Websites beschreibt Robert Klugseder das sog. "Vorauer Riesenantiphonar". Der vor allem kunsthistorisch wertvolle Codex beinhaltet herausragenden Buchschmuck Prager Illuminatoren zur Zeit Kaiser Karls IV. (reg. 1346-1378). Neben der Beantwortung musikalisch-liturgischer Fragestellungen spielt im Besonderen das professionelle Pergament-Recycling eine wichtige Rolle in Klugseders Forschung.

Die MitarbeiterInnen des Projekts zur automatisierten Harmonieanalyse der Musik in Bruckners sog. Kitzler Studienbuch treffen sich im Oktober am Zentrum für Musik - Edition - Medien (ZenMEM) der Universität Paderborn. Im Mittelpunkt der Beratungen stehen die Umsetzung der Implementierung von Algorithmen zur Berechnung von Stufenfolgen, die Hinterlegung der so generierten Daten im MEI-Code sowie die Einbindung der Applikation in einen online-Viewer. 


September 2018

Bei der READ-User Konferenz in Obergurgl (Ötztal) trafen die Kooperationspartner des geplanten Musikhandschriftenprojekts zur Handwritten Text and Music Recognition zusammen. Beteiligt waren neben Robert Klugseder (ÖAW), Günter Mühlberger von der Universität Innsbruck (Transkribus) und Enriche Vidal von der Universitat Politècnica de València auch Kollegen vom Computational Intelligence Technology Lab der Universität Rostock.

Auf großes Interesse in der MEI-Community ist die digitale Edition des sog. "Passauer Liedertisch" auf www.digital-musicology.at gestoßen. Eine Nachricht auf twitter verweist auf unsere Edition.

Die Projektwebsites der Digitalen Werkausgabe Wenzel Birck konnten um eine weitere Attraktion erweitert werden. Nun stehen für einige Werke Bircks auch Audiobeispiele zur Verfügung.

Als Host der nächsten internationalen MEI-Konferenz in Wien (Mai 2019) aktivierte man auf der MEI-Website die Einladungsseite. Noch im Oktober erfolgt der Call for Proposals.


August 2018

Konferenz der IMS study group CANTUS PLANUS in Växjö (Schweden) und Projekttreffen in Kopenhagen

Bei der alle zwei Jahre stattfindenden Konferenz CANTUS PLANUS, an der sich ChoralforscherInnen aus aller Welt beteiligen, präsentierten Gionata Brusa, Robert Klugseder und Franz K. Praßl das CANTUS NETWORK-Projekt. Zusätzlich referierten Robert Klugseder über das "Vorauer Riesenantiphonar" (Vorau Stiftsbibliothek 259), eines der eindrucksvollsten und kunsthistorisch wertvollsten Chorbücher des Mittelalters, und Franz K. Praßl über den Salzburger Liber ordinarius als musikalische Quelle.

Im Anschluss an die Konferenz trafen sich Axel Teich Geertinger vom Danish Center for Music Editing und Robert Klugseder an der Königlichen Bibliothek Kopenhagen zu einem Workshop, bei dem die gemeinsam betriebene Weiterentwicklung des MerMEId-Editors für das Anton Bruckner Werkverzeichnis-Projekt an der ÖAW diskutiert wurde.


Dienstag, 18.06.

Jubiläumskonzert zum 300. Geburtstag von Wenzel Raimund Birck im Festsaal der Akademie

Bei einem Konzert im Festsaal der Akademie der Wissenschaften wurden Werke des Wiener Hoforganisten und Komponisten Wenzel R. Birck aufgeführt.

Birck, im Juni 1718 in Wien geboren, war neben seiner Tätigkeit als Organist und Cembalist am Hof Maria Theresias auch für die Komposition von Kammermusikwerken zuständig. Zudem war er Lehrer der Kinder Maria Theresias, nicht zuletzt des späteren Kaisers Joseph II. Birck ist ein bedeutender Wegbereiter der Wiener Klassik. Sein Oeuvre ist der "Zeit zwischen den Zeiten", der Übergangszeit zwischen Barock und Klassik, zuzuordnen. In Kooperation mit dem Institut für Musikwissenschaft betreibt die Abteilung Musikwissenschaft der ÖAW die digitale Edition aller erhaltenen Werke Bircks (Projektleitung: Robert Klugseder). Die Kompositionen wurden in den letzten Jahren von Studierenden der Lehrveranstaltungen zur digitalen Musikedition als moderne Noteneditionen erstellt. Zwei vor kurzem abgeschlossene Abschlussarbeiten von Studierenden des Instituts beschäftigen sich zudem mit Leben und Werk des Komponisten.

Ausführende: Studierende des Instituts für Alte Musik und Aufführungspraxis der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz (Ensemble gamma.ut+, Leitung: Prof. Susanne Scholz). Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Klaus Aringer (KUG).


Dienstag, 22.05. – Freitag, 25.05.2018

Konferenz der Music Encoding Initiative

Im Rahmen der internationalen Konferenz der Music Encoding Initiative in Washington präsentierten MitarbeiterInnen Projekte der AG. In Vorträgen wurden Projektziele und das bereits Erreichte vorgestellt. Dabei stießen vor allem die Erweiterungen der open source-Applikation MerMEId und die Überlegungen zur Musikanalyse mit MEI auf großes Interesse. Beim abschließenden community meeting wurde Wien als Austragungsort der MEI Konferenz 2019 vorgestellt. Tagungswebsite


Dienstag, 24.04. – Donnerstag, 26.04.2018

Exkursion und Vortragsbesuch

Am Dienstag, den 24. April fand in Linz ein Arbeitstreffen der Kollegen Andreas Lindner und Klaus Petermayr vom Anton Bruckner Institut und Clemens Gubsch und Desiree Mayer vom Projekt Digitales Werkverzeichnis Anton Bruckner statt. Zusammen mit dem Projektleiter Robert Klugseder und Franz Scheder wurde über die Zusammenarbeit in der Zukunft gesprochen. Bei dieser Gelegenheit wurden auch handschriftliche Quellen von Bruckner in Linz und St. Florian für bruckner-online.at fotografiert. Selbstverständlich wurde dabei auch die Grabstätte Bruckners besucht.

Am Donnerstag, den 26. April hielt Prof. Paul Hawkshaw einen Vortrag am Musikwissen-schaftlichen Institut der Uni Wien, den Clemens Gubsch und Desiree Mayer besuchten. Mit Paul Hawkshaw pflegen sie eine gute Zusammenarbeit und stehen in regem Austausch bezüglich des Digitalen Werkverzeichnisses Anton Bruckner.


Mittwoch 18.04.2018 - 17.45 Uhr

Gastvortrag am Institut für Musikwissenschaft

Die beiden Protagonisten der MEI-Community Dr. Johannes Kepper (Universität Paderborn) und Dr. Laurent Pugin (RISM Schweiz) werden im Rahmen eines Gastvortrags eine Einsicht in die Welt der Digital Musicology geben. Thema des Abends: "Möglichkeiten der digitalen Musikedition und Analyse mit dem Codierungsstandard der Music Encoding Initiative. Ein Praxisbericht." Die Veranstaltung findet in Kooperation der AG DigMus mit dem Institut für Musikwissenschaft der Universität Wien statt.


Dienstag, 30.01. - Mittwoch 31.01.2018

MerMEId-Workshop an der Königlichen Bibliothek Kopenhagen

An dem MEI-Metadata-Workshop des Danish Centre for Music Editing, angesiedelt an der Königlichen Bibliothek Kopenhagen, nahm neben MitarbeiterInnen der Norwegischen Nationalbibliothek und der Königlichen Bibliothek auch Clemens Gubsch als Vertreter der AG DigMus teil. Erörtert wurden Möglichkeiten, den MerMEId-Editor weiter zu entwickeln. Eine besondere Bedeutung spielten in diesem Zusammenhang die Erfahrungen, die im Wiener Editionsprojekt "Digitales Werkverzeichnis Anton Bruckner" bei der praktischen Arbeit mit MerMEId gemacht werden konnten.


04.12. - Mittwoch 06.12.2017

Workshop und Projektpräsentationen auf der Dha-Konferenz in Innsbruck

Die AG beteiligt sich mit einem Workshop zur Digitalen Musikedition mit MEI und drei Vorträgen zu Projekten der AG an dem heuer in Innsbruck stattfindenden Treffen der Initiative "Digitale Geisteswissenschaften in Österreich". Das Programm steht hier zur Verfügung.


Montag, 20.11.2017

MEI-Metadaten-Workshop an der Mainzer Akademie

Vom 7.–9. November 2017 veranstaltete das MEI-Board unter der Leitung von Johannes Kepper, Kristina Richts und Axel Teich Geertinger den ersten MEI-Metadaten-Workshop an der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur. Ziel des Workshops war es in drei Arbeitsgruppen eine Plattform zu schaffen, auf der sich die unterschiedlichen musikwissenschaftlichen Katalogisierungs- und Editionsprojekte über allgemeine Kodierungsstandards von Metadaten im MEI-Format verständigen sowie den Austausch zu Bibliothekssystemen gewährleisten zu können.

Gerade für das Digitale Werkverzeichnis Anton Bruckner (dWAB), das durch Clemens Gubsch vertreten wurde, bot sich somit die Gelegenheit in Austausch mit den zahlreichen Teilnehmern anderer Werkverzeichnis- und Gesamtausgabenprojekte zu treten und über die gewonnenen Erfahrungen zu berichten.

Neben der Einbindung von Normdaten (GND und VIAF) und der inhaltlichen Strukturierung von Quellenbeschreibungen konnten sich die Teilnehmer einerseits auf die Verwendung des FRBR-Modelles zur Strukturierung der Werkdaten und andererseits auf das MARC21-Format in weiten Teilen einigen. Da beide Standards bereits im Arbeitswerkzeug des dWABs, dem MerMEId-Editor, implementiert sind, werden für die Projektarbeit lediglich minimale Anpassungen notwendig sein, um den angestrebten internationalen Standard und den somit möglichen Datenaustausch garantieren zu können.

Insgesamt stellte der Workshop ein erstes Arbeitstreffen der neugegründeten Interessengruppe MEI-Metadaten dar, das in Zukunft und unter Zustimmung aller Teilnehmer in regelmäßigen Abständen wiederholt werden soll.

Clemens Gubsch


Donnerstag, 02.11.2017

Fortbildungen, Tagungen und Netzwerke der Arbeitsgruppe Digital Musicology

Das zweite Halbjahr 2017 steht bei der Arbeitsgruppe Digital Musicology ganz im Zeichen der Weiterbildung: Die MitarbeiterInnen nahmen im September an verschiedenen Konferenzen und Tagungen teil. Der Besuch der Edirom Summerschool von Clemens Gubsch, Paul Gulewycz und Desiree Mayer an der Universität Paderborn 2017 diente einerseits der Fortbildung in XML, Javascript und XSLT und andererseits der Vernetzung vor Ort mit anderen Projekten und deren Fragestellungen. Die TeilnehmerInnen präsentierten außerdem vier Digital Musicology-Projekte der AG bei der heurigen Postersession. Paul Gulewycz nimmt mit Beginn des Wintersemesters am Masterstudiengang Digital Humanities am Zentrum für Informationsmodellierung der Universität Graz teil. Zudem werden im Dezember Mitarbeiter der AG einen Python-Programmierkurs des WIFI-Wien besuchen.

Agnes Seipelt und Robert Klugseder stellten bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung 2017 in Kassel die Arbeitsgruppe Digital Musicology der ÖAW vor – ein wichtiger Beitrag vor der Fachcommunity, die seit dieser Tagung auch innerhalb der GfM mit einer eigenen Fachgruppe vertreten ist.

Auch bei der diesjährigen Digital Humanities Austria-Konferenz in Innsbruck (DHa) im Dezember werden verschiedene Projekte der Arbeitsgruppe Digital Musicology mit Präsentationen und Workshops vertreten sein. Dabei werden Workshops nicht nur von MitarbeiterInnen der Arbeitsgruppe gehalten, sondern auch besucht: Innerhalb der Arbeitsgruppe und der Fachwelt findet somit ein stetiger Austausch statt.

Fortbildungen und Schulungen im Umgang mit digitalen Werkzeugen, wie z.B. Programmiersprachen sind im Verständnis der Arbeitsgruppe elementarer Bestandteil der Tätigkeit als Digital Musicologists. Dieses wissenschaftliche Feld vereint die Arbeitstechniken der Musikwissenschaft sowie die Nutzung und Erweiterung digitaler Werkzeuge für die eigene Fragestellung, Methode und Herangehensweise. Innerhalb der Projekte werden daher stets aktuelle Werkzeuge erprobt, wie z.B. die automatisierte Erkennung von Text und Musik durch Optical Handwritten Text und Notation Recognition in den digitalisierten mittelalterlichen Musikhandschriften in österreichischen Bibliotheken. Bei der Transkribus User Conference, die Anfang November in Wien stattfand, informierte sich Robert Klugseder über die neuesten Entwicklungen in diesem Forschungsbereich. Die Arbeitsgruppe kooperiert außerdem mit namhaften, internationalen Institutionen, Programmen und Projekten, wie u.a. der Music Encoding Initiative, RISM, der Königlichen Bibliothek Kopenhagen, Verovio, dem Zentrum für Informationsmodellierung der Universität Graz, dem Institut für Musikwissenschaft der Universität Wien und dem Zentrum Musik – Edition – Medien in Paderborn.

Die Projekte der Arbeitsgruppe Digital Musicology finden auch immer wieder ein mediales Echo: So wurde zuletzt im Heft 3 des Jahrgangs 2017 der Zeitschrift „Die Musikforschung“ über den Start zweier neuer Forschungsprojekte an der ÖAW berichtet. Mit dem Digitalen Werkverzeichnis Anton Bruckner (dWAB) und der Digitalen Musikanalyse mit den Techniken der Music Encoding Initiative (MEI) am Beispiel der Kompositionsstudien Anton Bruckners handelt es sich um zwei Projekte, die das Schaffen des österreichischen Komponisten zum Gegenstand haben. Das erstgenannte Projekt erstellt eine digital erscheinende Neubearbeitung des Werkverzeichnisses, während das zweite Projekt Bruckners sogenanntes „Kitzler-Studienbuch“ zu Analysezwecken digitalisiert und codiert.

Dieses Studienbuch wurde auch beim Forschungstag der Österreichischen Nationalbibliothek am 19.10.2017 von Thomas Leibnitz und Robert Klugseder im Zusammenhang mit dem ÖAW-Go!Digital-Projekt präsentiert. Mit vor Ort war auch der ORF, der in der Sendung „Wien heute“ vom selben Tag einen kleinen Beitrag über Bruckners Studienbuch sendete. Im Anschluss wurden die beiden Experten vom ORF-Redakteur Georg Holzer interviewt und über die Besonderheiten des Studienbuchs befragt.

Die beiden Projekte zu Bruckner sind aber nur ein Teil der Digital Musicology-Projekte am IKM. Mit der Digitalisierung und Dokumentation von 800 Musikhandschriften und -drucken zwischen 1780 bis 1920 des Musikarchivs der Pfarre Spitz an der Donau über die Transkription mittelalterlicher Libri Ordinarii im CANTUS Network-Projekt bis zur digitalen Edition der Werke des Wiener Hoforganisten und Komponisten Wenzel Raimund Birck und der Katalogisierung mittelalterlicher Musikhandschriften in österreichischen Bibliotheken, realisiert die Arbeitsgruppe Forschungsprojekte aus den verschiedensten Epochen der Musikgeschichte.

Desiree Mayer