07/18/2016

Johann Joseph Fux - online und offline

Obwohl der kaiserliche Hofkapellmeister Johann Joseph Fux (um 1660–1741) als der bedeutendste österreichische Barockkomponist gilt, blieben seine Werke bis auf wenige Ausnahmen ungedruckt und damit einer breiteren Öffentlichkeit unbekannt. Seit Juni 2016 liegt die Missa Sti. Joannis Nepomucensis (K 34a) erstmals im Druck vor, und über die neue Website Fux Online lassen sich Leben und Œuvre des Komponisten nun besser recherchieren.

Von den über 600 Kompositionen, die Johann Joseph Fux zugeschrieben werden, sind nur 13 in Originalhandschriften überliefert. Zu ihnen gehört auch die Missa Sti. Joannis Nepomucensis (K 34a), die IKM-Mitarbeiterin Ramona Hocker und Rainer J. Schwob als ersten Band der neuen Publikationsreihe Johann Joseph Fux - Werke im Hollitzer Wissenschaftsverlag herausgaben. Die Edition dieser Ordinariumsvertonung im solennen Stil begleiten ein kritischer Quellenkommentar und ein Beitrag zum historischen Kontext der Verehrung des Prager Märtyrers Johannes von Nepomuk (um 1350–1393), der erst 1729 heiliggesprochen wurde und dessen Kult gerade von habsburgischer Seite besondere Förderung erfuhr. Ein Fokus der begleitenden Studie zur Missa Sti. Joannis Nepomucensis liegt auf der Textgenese und den autographen Änderungen, die Rückschlüsse auf den Kompositionsprozess erlauben. Die Edition bildet die Grundlage dafür, das Werk auch klanglich erfahrbar zu machen, wofür aufführungspraktische Hinweise und Erläuterungen gegeben werden. Derzeit sind zusätzliche Aufführungsmaterialien (Stimmen) in Arbeit, die über das neue Webportal Fux Online open access zum Download angeboten werden sollen.

Neben der Edition der Kompositionen von Johann Joseph Fux konzipierten Ramona Hocker und Alexander Rausch (beide IKM) den Webauftritt Fux Online. Diese neue Website bietet umfassende Informationen zu Leben und Œuvre des Wiener Hofkapellmeisters sowie zu der am IKM erarbeiteten Werkausgabe. Zu Fux’ Kompositionen lassen sich nun Werkeditionen sowie digitalisierte Quellen in unterschiedlichen Sammlungen wie der Österreichischen Nationalbibliothek, der Staatsbibliothek zu Berlin oder der Sächsischen Landesbibliothek Dresden online recherchieren. Im Zuge der Arbeit an der neuen Publikationsreihe Johann Joseph Fux – Werke ist auch unbekanntes Quellenmaterial aufgetaucht, das für die Notentexte und die Rezeptionsgeschichte wichtige Hinweise liefert. Weitere bedeutende Erkenntnisse zu den Kompositionen und der Entstehungsgeschichte sind zu erwarten. Die neue Website wird laufend darüber berichten.